Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378014
Die 
Regierungszeit 
Vierzehnten 
Clemens des 
1769- 
4774. 
museum, das erste der Welt, dessen Name Pio-Clemen- 
tinum noch heute sein Gedächtnis bewahrt. Zwar standen 
schon seit den Zeiten Bramantes und J uliusi II. im kleinen 
Hof des Belvedere die berühmten Statuen, die wir nach 
ihm benennen, mit noch einigen anderen; doch mehr zu 
dekorativem Zweck als in der Absicht eine Kunstsamm- 
lung zu bilden; auch war seit zwei Jahrhunderten ihre 
Anzahl nicht weiter vermehrt worden. Ganganelli liess 
nun das daneben liegende Casino Innocenzi VIII zur 
Äiüllßflil delle Statue" umschaffen, mit dem Belvedere 
verbinden und die Sammlung und Aufstellung von A11- 
tiken mit Ernst und Verständnis betreiben. Simonetti, 
der diese Aufgabe ausführte, gab zugleich dem Belvedere 
seine jetzige Gestalt, indem er den marmornen Portikus 
herumführte und an den Ecken die Kabinette anlegte 
welche jetzt die vier Hauptwerke  auch Cainovzüs Per- 
seus!  enthalten. Anderen Künsten konnte freilich der 
Papst nicht soviel Beschäftigung geben, alsier wohl ge- 
wünscht hätte; denn es fehlte an den entsprechenden 
"Jlalenten; die Plastik war fast ganz auf die schon er- 
wähnte Restaurationstechnik beschrankt; in der Malerei 
genoss allein Pomp eo Bato ni, der oft genannte 
Rivale 1'011 Illengs, grösseres Ansehen; doch war auch er 
schon ein Sechziger und hatte den Zenith seiner Tätig'- 
keit schon überschritten. "Nur einen Mann gab es, der 
in einer beschränkteren Kunstübung, dennoch unwider- 
stehlich den Ruhm Italiens durch Europa trug; (las war 
GiambattistaPiranesi,der unvergleichliche Kupfer- 
stecher. Seine Ansichten der römischen Ruinen und der 
einsamen Umgebung Roms vereinigten das genauste 
Iletailstudium mit einer Kraft der Idealisirung und mit 
einer virtuosen Wiedergabe der LichteHekte in der ein- 
fachen 'l'echnik des Stichs, welche als eine neue Oifen- 
barung' der charakteristischen Schönheiten Roms erschien 
und gewiss zu der immer mehr anschwellenden Rein- 
begeisterung' ebensoviel beigetragen hat, als die hinreissen- 
sten poetischen Schilderungen. Seit 1756 erschienen 
diese Werke der Nadel, welche den „Veduten" der zeit-
        

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