Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377986
Erster 
Abschnitt. 
von einem Palast zum andern trugen, konnten wohl Auf- 
stöberer, Sammler, Ciceroni werden, und wenn sie einmal 
zu Würden und Reichtümern kamen, günstigsten Falls 
Mäcene wie der Cardinal Albani; aber sie konnten sich 
nicht der strengen Wissenschaft zuschwören und noch 
weniger in dieser Wissenschaft Könige werden. Rom 
war damals nur dazu angetan, diese strenge (iöttin als 
ein fremdartiges, erhabenes Wesen anzust-aunen und auch 
ihren Priester fast als gottgleich zu verehren; aber selbst 
wandte es sich lieber dem Dienste der märchenhaft iabn- 
lirenden Göttin zu und mengte ihre bunten Verkün- 
digungen gern in die nüchternen und ernsten Sprüche der 
anderen. Nordische Forscher, die mit echtem und ernsteni 
Wollen Winckelmaiins Werk hatten fortsetzen können, 
Weilten damals nicht in Rom. Und der nächste Freund 
des Verstorbenen, der zwar nicht (äelehrttzr, aber als 
denkender Künstler allen Ergebnissen Winckelnianns mit 
Spannung gefolgt war. Rafael Mengs, lebte schon seit 
längerer Zeit in Madrid und schien von dem spanischen 
Hofe gänzlich gefesselt. 
Trotzdem konnte nicht die Rede (lavon sein, ilass 
Winckelmanns Werk tatsächlich verlassen werden wäre: 
zu mächtig War die Kraft gewesen, die er eingesetzt. zu 
glänzend das Ergebnis, als dass es nicht mitgewirkt 
hatte. Die Anfange eines grossen Meisters zur V0llendung' 
zu führen, ist unendlich schwer und wird selten gelingen; 
aber was er schon in lebhaften Gang gebracht, erhält 
sich auch ohne ihn in diesem Gang, eben durch die 
Trägheit der Umgebung, die gar nicht die Selbständig- 
keit laesitzt, sich dem was er in Bewegung gesetzt, ent- 
gegenzustellen. 
„S0 lebt er auch nach seinem Tode fort, 
Und. ist unsterblich, weil er lebte; 
Die gTosse That, das schöne Wort, 
Sie strebt unsterblich, wie er sterblich strebte." 
Papst Clem ens XIII. war nichts 
Mäcen der Wissenschaften und Künste 
Weniger als ein 
 aber er hatte
        

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