Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379773
Schluss 
Wenn wir nach den {Ursachen des grossen und tblgen- 
schweren Ynischwunges fraigen, so lassen sich solche so- 
wohl in den allgemeinen Zeitverhaltnissen als in den 
speziellen Kunstzuständen finden. Die ganze Weltlage 
und ihre besondere Einwirkung" auf Rom hatte dazu 
geführt, dass die klassische Iiunst einen bedenklich be- 
schränkten politischen Charakter erhielt, der durch die 
Einverleibung Roms in das iranzösisrzhe Kaiserreich noch 
verstärkt wurde. Die Kunst wurde eine casai-istische; 
es ist kein Zufall, dass wir von einem „Empire-St_xi'l" 
sprechen können. Xaipoleon. der mit vollendeter Ge- 
schicklichkeit sich aller psychologischen Mittel zu bedienen 
wusste, schätzte die Wirkung der Kunst hoch, und nur 
die antiken, speziell die römischen Formen passten für 
die Verherrlichung des modernen Cäsar. Wir sahen, wiie 
er Ilavitl, Wie er Canova an sich zogj, und ein ThOIWXfLitiSGll. 
der sich lieber ini (iriechentum bewegte, musste ihn als 
Alexander verherrlicheii. Dem gegenüber ist es begreiflich. 
dass gerade edelgesinnte, junge Geister mit dieser ofticiell 
gewordenen Kunst nichts zu thun haben Wollten, und auf 
einem ganz andern Boden ihr Werk zu erbauen suchten. 
Tfnd verwundern kann es auch nicht, wenn sie nun den 
katholisch-germanischen (Üharaktier ihrem Schatten auf- 
rvragjten; die Syimpztthieen der Unbeteiligten wenden sich 
innnei" gern dem Ilnterdrückten zu, hier dem entthronten, 
verbztnnten, zu Zeiten sogar gefangenen Papst; derUniversal- 
monarchie gegenüber entwickelte sich überall das National-
        

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