Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379751
letzte 
Die 
Periode, 
klassismel" 
Kunst übung. 
179 
dass diese Gesichtspunkte schon einem tatsächlich gemalten 
Bilde entnommen wurden; wenn auch der Maler nicht ab- 
sichtlich (larin jenen 'l'endenzen gefolgt war, so war er 
doch unbewusst ihnen unterlegen, die damals schon im 
Stillen g'evii'altig' der nach Aussen noch mächtigen klas- 
sischen Kunstübung' den Boden untergruben. 
Die ersten Künstler, welche in Rom sich bewusst 
und absichtsvoll dem romantischen Kunstitleal zmvaiidteii, 
waren die Brüder li'ranz und Johann Riepen- 
hausen. Auch sie waren noch in den klassischen 
'l'raditionen auigeiwichsen, hatten in (äöttingen 'l'ischbein's 
I7nterricht empfangen, und hatten sich 1805, noch nicht 
zivanzigjährig; mit Glück daran gemacht, eine von Weimar 
aus gestellte Preisaufgttbe zu lösen: die Wiederherstellung 
der uns nur durch Pausanias Beschreibung" bekannten 
Gemälde Poljrgfnofs. Aber gerade aus dieser, bis zu 
voller Abhängigkeit, bis zum blossen Naehsehaffen ge- 
triebenen Beschäftigung; mit der Antike ergab sich ein 
plötzlicher, radikaler Ihnschlatg ihrer Interessen und Be- 
strebungen. Als sie 1806 nach Italien luunen, erfassten 
sie die neuen lilindriicke schon klosterbruilerhaft. Gleich- 
zeitig erschienen ihre Zeiclinungvan zur Genovefa-Sztge, 
welche ganz unmittelbar in die ronutntischie Stoff- und 
idnujifindungswelt hineinfühiten. Auch zu den Bildern, 
mit welchen sie für die deutsche Nationailkirche in Rom, 
St. Maria delllAnima, betraut Wurden, wählten sie ilicht 
biblische, sondern mittelalterliche, legendäre Motive. Ihre 
Werke fanden jedoch nur miissigven Anklang", da ihre 
produktive Kraft nicht gross war. Verdienstlicher waren 
die Bemühungen, welche sie der Erkenntnis der älteren 
italischen Kunst. besonders des (Quattrocento zuwandtcn. 
Wir haben schon früher Idrietlrich Bury und Heinrich 
Meyer solche Studien beginnen sehen, welche lllantegna 
und MELSRCCIO. sowie den umbrischen lllalern zu Gute 
kamen. Immer eifriger wurde seitdem diese Interesse 
gepiiegt. Den Anstrengungen der Riepenhausen gelang; 
 im Vatikan die völlig' verschollene Laurent-iuskapelle 
mit den Fresken ldiesoles wiederaufzuiinden. Sie gaben 
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