Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379714
letzte 
Die 
Periode 
klassischer 
Kunstübung. 
rischen Schaffens hinzugetreten. „Der geübte Kunstsinn 
bemerkt die höhere Vollkommenheit des Styls in RafaePs 
späteren Werken"; so schrieb er jetzt im Gegensatz 
zu der schon Mode gewordenen Hochschätzung des früheren 
Rafael; einen eigenen Aufsatz widmete er den 'l'apeten 
Rafaells, jenen feinsten und reichsten Erzeugnissen seiner 
schöpferischen Kraft; auch für die Hllerklaruiigif hatte 
er jetzt, ganz in Goethe's Sinn, nur Worte des Lobes. 
Auch die theoretischen Ausführungen über das Verhält- 
nis des künstlerischen Styls zur Natur, die Betonung 
des 'l'ypischen im Gegensatz zum Individuell-Charakteri- 
stischen, die lälrxvägwiilg-en über die Bedeutung des Kolorits, 
alles dies zeigt Fernow von Goethe's "Propyläen" ab- 
hängig, nur dass er alles mit noch grösserer Schärfe, mit 
dem Anspruch auf logische Allgemeingiltigkeit ausspricht. 
 gibt nur einen reinen musterhaften Stylf lautet 
sein Dogma, „so wie es nur einen guten und richtigen 
(iesclnnack gibt. Jener ist von dem formellen Charakter, 
oderdem jeder Gattung? und Wesen unterliegenden, in 
den Eigentümlichkeiten ihrer Bildung anschaulich dar- 
gestellten Zweckbegriffen, abhängig; dieser ist in den 
Einrichtungen des menschlichen Gemüts gegründetf") 
Wir sehen aber aus diesen Worten, dass dieser I)ogma- 
tismus nur ein scheinbarer ist, dass Fernow ganz im 
Sinne Goethe's nicht ein schematisches Schönheitsprinzip 
amerkennt, sondern die Schönheit aus dem Wesen jeder 
einzelnen Naiturschöpfung" entwickeln und (lemggemäiss ge- 
stalten will. 
Höchst, merkiviirdi,g' ist es jedoch, dass auch inmitten 
dieser in klassischer Natnrbeg'eisterung' geborenen und 
aiusgrehildeten Aesthetik sich doch Spuren des neuesten 
täteistes zeigen, welcher die Kunst in ein geheimes Ver- 
hältnis zur Religion setzten wollte, jenes Geistes, dessen 
allmähliches Aufsteigen wir schon in früheren Abschnitten 
zingetleutet haben und dessen siegreiches, die klassische 
Knnstübung' überwindendes Emporkommen sich in den 
nätzhsten Jahren vollziehen sollte. In dem Aufsatz über „ die 
Begeisterung; des Künstlers" kommt lternow plötzlich auf
        

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