Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379690
Die 
letzte 
Perir 
klassischer 
Kunstübung: 
173 
sie auf der Höhe der Zeit stehen; sie sind des berühmten 
Ateliers wenig würdig, besonders in den ersten Lieferungen ; 
in den späteren werden sie besser. 
Visconti liess damals (1808) den siebenten Band 
seines Museo Pio Clenientino schon von Paris aus er- 
scheinen; so viele der bedeutendsten Antiken utaren dort- 
hin gebracht; er selbst War ihnen gefolgt, und bezeichnete 
sich jetzt als Conservator der Altertüiner iin Musee 
Napoleon, als Mitglied des Institut de France und der 
Ehrenlegion. Auch die wertvolle Sannnlung der Villa 
Borghese, Welche kurz zuvor auch in einem Kupferiverk 
reproducirt wortlen war, musste nun nach Paris wandern, 
wozu der Besitzer, als Gemahl der Pauline Bonaparte, 
ohne Widerrede die Hand bot. Aber der unerschöpfliche 
Reichtum Horns, der durch die neuen Ausgrabungen wie 
aus einem nie versiegenden Born gespeist wurde, liess 
für Verlust doch auch wieder Ersatz eintreten. Pius V11. 
konnte schon in diesen Jahren die grosse, neue Antiken- 
sanimlung- iin Vatikan begiiinden. welche unter dein 
Namen des Museo Chiaranionti noch heute die Erinnerung 
an ihn aufrecht haltfl") 
Ein litterarisches "lilnternehmen als lebendigen Aus- 
druck der neu erwachten Knnstübung" und Altertums- 
f0rscl1u11g' gwib Gnatteni, der einst Wiiilckelmanifs 
Monnnienti inediti fortgesetzt hatte, in seinen Memorie 
encitzlopediche di Roma. 91) Sie haben denselben kosmo- 
politischen (Yharakter wie ähnliche Zeitschriften, die wir 
früher kennen lernten, und beweisen, dass Rom sich mich 
den guossen Llmivälzungjen und trotz der schweren Ver- 
luste doch Vollständigv Wieder als lllitvtelpunkt der Kunst. 
fühlte. Zahlreiche Zeichnungen nach Antiken wie nach 
Skulpturen und Gemälden gleichzeitiger Künstler geben 
ihnen einen besondern Wert. Ein sicheres und charakter- 
volles Ilrteil (larf man freilich nicht erwa-Iten; es herrscht 
die konventionelle Höflichkeit einer aristokratischen Ge- 
sellschaft, in der man Keinen besonders auszeichnet, 
aber Jeden gelten lässt, der nicht aiuffällig' aus dem 
Kreise getreten ist.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.