Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379682
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Neunter 
.-U1schnitt. 
Sprachdenkmäler) versenkte Gelehrte zum erstenmal 
ein Werk, Welches dein grösseren Publikum zugänglich 
sein sollte, dem er bisher nur als gewissenhafter und 
skeptischer Cicerone seine Kenntnisse dargeboten hatte. 
lüranesi"), der Sohn des grossen Kupferstechers, hatte 
den Plan gefasst, zusammen mit Piroli, einem gleichfalls 
geschickten Stecher, die antiken Reliefs in Rom in einem 
Kupferwerk, wie sie damals üblich waren, herauszugeben, 
und hatte Zoega aiufgefordert, den Text zu dem Werke 
zu schreiben. Der Gelehrte, der sich lange Zeit hin- 
durch init speziellen Studien über diese Denkmäler be- 
schäftigt hatte, ergriff diesen Gedanken mit Feuer. Er 
wollte ein monumentales und zugleich reich lebendige-s 
KVerk schalten, das alles enthalten sollte, was in (lieser 
Gattung von Denkmälern unterrichtemles da sei ..hin- 
sichtlich der Kunst der Alten, ihrer Religion, Gebräuche, 
lllytihologie"; nicht. nur interessant und belehrend werde 
das Buch sein, sondern auch rbelustigentl" für die, welche 
nicht eigentlich Gelehrte seien". w) Nahezu zwei Bände 
dieses Werks, das in der Tat die wissenstzliaftliclie 
Schärfe und Bestimmtheit mit leichter und gefälliger 
Form vereinigt, hatte Zoega wiollentlett, als ihn zu An- 
fang des .Tzthres 1809 der Tod hinraffte. Sein ("trabmal 
befindet sich in der Kirche S. Andrea della Fratte. welche 
auch die Ruhestätte Angelika Kanffinanifs ist, und wo in 
späterer Zeit- anch der unruhige und streitsiiclitige Jialer 
Müller" die endliche Bnhestätte fand. Freundschaftlic-lie 
Iililrsorge bewirkte, dass auch der zweite Band nach dem 
Tode des Forschers noch vollständig an's Licht treten 
konnte. Ein Porträt Zoäg'a's (nach 'l'h0rxw'aldsen) schliesst 
ihn ab, und eine Lobschrift Viscontiis gibt zu diesem 
letzten Stich gleichsam den 'l.'ext. Zoegai hatte in diesem 
Werk den höchsten Grad von Zuverlässigkeit und Sicher- 
heit erreicht, welcher seiner Zeit zugänglich War; er 
hatte sich ilicht von der Phantasie eines Winckehilainn 
fortreissen lassen, über dessen Trrtliüiiier er sich in seine-r 
Vorrede pietätvoll, aber doch scharf bestimmt änsserte. "i 
X7011 den Stichen kann man (lagegen nicht sagen. dass
        

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