Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379677
Die 
letzte 
Pcriodm 
klassischer 
Kunstühungz 
171 
in Jena Schillers Zuhörer, leisteten Tüchtiges. Eine 
eigenthümliche Spezialität hatte sich der Franzose Gra- 
u e t in der Darstellung von Interieurs, von Kirchen, Kloster- 
hallen, Kreuzgängen gewählt. 
Schon (lainals übrigens klagten die Landschaftsmaler, 
dass Rom an malerischem Reiz verliere. Die grossen, 
politischen [hnivalzungen der letzten Jahre hatten auch 
allerlei Neuerungen im äussern (fiharaikter der Stadt 
mit sich gebracht. hianches wurde modernisirt und uni- 
formirt. Zugleich hatte die kurze französische Invasion 
den Anstoss zu Iiusgitibungen und Freilegungen gegeben, 
worin jetzt unter der Leitung F e a' s fortgtiiahren wurde. 
Man begann aus dem Ciampo Vaccino das Forum Wieder 
hervorzuholen. Humboldt, der sich innner ärgerte, wenn 
man eine halbversunkeiie Ruine ausgrub, Weil es höchstens 
ein Gewinn für die Gelehrsamkeit auf Kosten der Phan- 
tasie sei", schrieb entrüstet über die "Scheusslichkeit", 
dass man um den Bogen des Septimius Severus ein Loch 
angelegt und es mit einer Mauer eingefasst habe, so dass 
man jetzt dieses sehr mittelmässige Kunstiverk bequem 
ausmessen könne, dafür aber „der schöne Eingang auf 
den (lampo Vaccino durch den mehr als halbverschütteten 
Bogen hindurch" ganz verdorben sei. Was würde er erst 
heute sagen, wenn er das ganze Forum und Kolosseum 
in ihrer skelettartigen Nacktheit daliegen sähe! Besonders 
das Kolosseum hat durch die Reinigung und die Restau- 
rationen unendlich gegen den Zustand verloren, in welchem 
Piranesfs und Reinharfs Stiche, wie auch manche noch 
erhaltene Handzeichnungen es erkennen lassen. Von 
aussen ein gigantischer Bau, von innen ein halbverfallnes 
Felsenthal, so beschreibt es ein Zeitgenosse. 
Selbst ein so strenger und nüchterner Forscher wie 
Zoega fand an diesen, auch wenig- systematischen Aus- 
grabungen keinen Gefallen, obgleich sie seinen eignen, nie 
sich genugtuenden, aber auch nie zum Abschluss kommen- 
den Studien über die römische lbpographie zu Gute 
kamen. Im Jahre 1807 unternahm der unermüdliche, 
zuletzt in ganz abgelegene Forschungsgebiete (Koptische
        

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