Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379653
letzte Peri4 
Die 
de klassischer 
Kunstiibllng. 
169 
(iesammtieindruck einer idyllischen Ünschuldswelt zu- 
sammen; man erwartet aus dem Hintergrund arkadische 
Hirten auftauchen zu sehen. 
Energie und Festigkeit waren dagegen Joseph Koch 
eigen, der sich in diesei" Zeit immer mehr zum Maler 
landschaftlich reich ausgestatteter, biblischer Historien 
entwickelte. und grossen Beifall fand. Nicht so glücklich 
war JI. M. Wagner, der 1807 den „Rat der Griechen 
vor dlroja" vollendete, später sich aber der Plastik zu- 
wandte und nochmals als Vertrauensmann König Lud- 
wig"s in Rom eine wichtigere Rolle gespielt hat denn als 
atusübender Künstler. J ag'e man n aus Weimar, (ler vor- 
her in Paris st-udirt. hatte, zeichnete sich mehr (lurch 
Porträts als in der Historienmalerei aus. Im Ganzen 
mussten diese Kunstzweige damals hinter der Landschafts- 
malerei zurückstellen; sichtlich bereitete sich die neue 
romantische Periode im Stillen schon vor, und es wirkte 
die fühlbare Unsicherheit hemmend auf die Piroduktion. 
Nennen wir noch die Franzosen Pierre Guerin, den 
Schüler Regnaultfs und Maler klassischer Tra-godieiistotfe, 
und W i c a r , besonders bekannt durch sein Porträt Pius" VII. 
ini Augenblick derU11terzeichn11ng' des (foncordats, so 
haben wir  neben den schon oft genannten, auch 
von Humboldt als manieristiseh abgelehnten Italienern  
alles Wichtige aufgeführt. Die letzten typischen Ver- 
treter der Winekelmann-Mengsschen Zeit, starben in diesen 
Jahren hin; M aron, der Schwager von Mengs, im Jahr 
1808. und Angelika schon 1807. Die letztere irar schon 
einige Jahre zuvor in eine Krankheit verfallen, Welche sie 
dem Tllode nahe brachte, und ihre Genesung; war damals 
(1802) wie ein Festgeschenk für die Kunst gefeiert werden. 
Die Aikademie von San Luca hatte durch (iamuceini eine 
allegorische Zeichnung; entwerfen lassen, welche mit 
Versen des (iherardo de Rossi der Künstlerin giück- 
wünschend über-reicht wurde. 16) Sie bewährte bis zu- 
letzt die Anziehungskraft ihres Wesens und ihrer Kunst, 
zuletzt noch mit einem empiiildungsreichen, freilich nicht 
heroisch gdachten „Abschie(l des Coriolanft, und endete
        

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