Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379634
Die 
letztv 
Periode 
klassischer 
Hlllg, 
Kunstül 
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der aber in einer gewissen Weichheit uud Süsslichkeit 
mit seiner Gönnerin übereingestinmit zu haben scheint. 
Sie selbst rühmt von ihm, nur eine grosse körperliche 
Schutäche hatte ihn verhindert, „einer der ersten Bildhauer 
im Fach der kleinern zarten Werke" zu werden. m) Doch 
gelangte eine seiner mythologischen Skulpturen, die auf 
einer sich öffnenden Seemuschel aufsteigende Venus, zu 
grosser Anerkennung bei den Zeitgenossen; in der Tat 
ist das eigentümliche Motiv, nach einer gleichzeitigen 
Zeichnung" zu schliessen, mit geschmackvoller Gewandt- 
heit behandelt, und in dem Ausdruck besonders die schon 
im ersten Augenblick vollendete Siegesbewusstheit der 
Göttin deutlich ausgeprägt. 
Von fremden Bildhauern hatte Du paty, der um 
1803 als entschiedener Vertreter der französischen Tradition 
nach Rom kam, das grösste Ansehen. Er schuf dort 
pathetische liolossalgxistalten aus der antiken Sage. 
Humboldt schrieb, er habe mit ihm wie mit andern Fran- 
zosen einige Lanzen zur Verteidigung des italienischen 
und deutschen Geschmacks brechen müssen. Unglaub- 
lich impertinent und vordrangend sei dieser pariser Ge- 
schmack, der überall herrschen wolle. "Sie haben ein 
(Sleschkvätz von Natur, vor dem man aus der Haut fahren 
möchte, und Ideen, die sie um alle Natur bringen, und 
daher natürlich auch nicht einmal den Anfang der Bahn 
zum ldeal brechen." 13) Ein interessanter und wrertvoller 
Ausspruch, der deutlich beweist, dass man Humboldt 
ebenso wie Goethe mit Unrecht imputirt, mit der Ver- 
ehrung- des Altertums die Kunst vom Wege der Natur 
ablenken zu wollen; vielmehr war es seine Lleberzeugnng, 
(lass man durch die Natur zum Ideal gelangen müsse 
und werde, welches in den Höhepunkten der griechischen 
Kunst erreicht sei. Mehr Anerkennung als Dupaty fanden 
vor dem feinsinnigen Urteil der Humboldts der Schwede 
Goethe, der 1806 mit einem energisch bewegten „Mele- 
ager auf der Jagd" herwrortrat, und der Spanier Al- 
varezßl 
Unter den Historien- und Porträtmalern fanden wir
        

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