Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379540
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Aßhtc 
Abschnitt. 
(Eunzes hervorzubringen, das leider Stilckwerk bleiben 
sollte, weil das Publikum noch allzuweit mit seinem Bil- 
dungsstand hinter den Anforderungen der Herausgeber 
zurückbliel). Aber auch was tatsächlich in den drei 
Bänden uns vorliegt. ist vom höchsten Reichtum und 
Wert. Die „Einleitung" enthielt eine hochgrestinnnte 
und doch nicht sclnvärineriscli überiiiegwsnde Darstellung" 
der ßiufßgabe und 'l'ätigkeit des Künstlers, verbunden mit 
einer bescheidenen, aber festen Bestimmung" des Gewinns, 
welchen ihm die l-Iülfe der Theorie und Geschichte ein- 
tragen könne. In dem Dialog über "Wahrheit und Wahr- 
scheinlichkeit der Kunstiverkett geb Goethe in harmlosem 
Geplauder tiefe Aufschlüsse über das Haugwtprtlblem der 
Kunst, das Verhältniss von Naturwirklichkeit und itlealer 
Freiheit des Kunstwerks. In der Briefnovelle „DerSannnlei- 
und die Seiuigen" gab er speziell dem lllalei" eine scharf- 
sinnige [lebersicht der Wichtigsten (äesichtspunkte, nach 
denen seine Kunst betrieben werden kinnle und (lnrch 
welche die einzelnen Stilrichtungen in ihr bestimmt würden. 
Der gemeinschaftlich mit Meyer verfasste Aufsatz „Über 
die Gegenstände" der bildenden Kunst" sprach mit feinstem 
Verständnis über die eigentümliche Wirkung der bildenden 
Kunst auf den Beschauer und über die Bedingungen dieser 
Wirkung; welche in den zu wählenden Stollen lägen; 
wem diese Ausführungen vielleicht zu streng; und eng'- 
herzig: scheinen mochten, der musste doch zugestehen, 
dass diese Strenge nur aus rein künstlerischen Erwäginigen 
floss und keine von Aussen kommende Beeint.räcl1tig'u11g' 
der Kunst zuliess. Die historische Betrachtung endlich 
fand in ltleyeris Aufsätzen über Masaccio, Rafael, Giuliti 
Romano eine Behandlung; welche weit über den (lamuligen 
Stand der neueren Kunstgeschichte, wenn man überhaupt 
von einer solchen schon reden konnte. hinansgieng: Ob 
diese Arbeiten in Rom noch bedeutenden liliniiuss geübt, 
lässt sich bezweifeln; denn nur wenige von Goethe's Kunst- 
fretnnlen weilten noch dort; aber der Einliuss, den sie 
anderwärts übten, war eine Mitteilung; römischen Geistes, 
denn durchweg' aus der Stinnnungj. der Enipiiiitluiig des
        

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