Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379302
134 
Siebenter 
Abschnitt. 
Note hinzufügen, wodurch man sich in die Mitte stellte 
und eine Art von pro und contra eröffnete." Schiller 
hatte natürlich nichts einzuwenden; auffallen muss uns 
aber, dass Goethe die durchweg; gehassige Art des Auf- 
satzes nicht empfunden hat. Der Hauptpunkt der Ueber- 
einstimmung wird für ihn die Polemik gegen tilarstens 
unglückliche Darstellung der Abstrakta von Raum und 
Zeit gewesen sein, über die auch Meyer sich schon 1796 
ungünstig geäussert hatte. "l Heinrich ÄIQYGT war zu 
Ende dieses Jahres in Goethe's Auftrag wieder über die 
Alpen gegangen, hatte ZWELY Carstelrs Ausstellungr nicht 
mehr gesehen, doch aber eine rAuzahl seiner Arbeiten 
kennen gelernt. llieyer war aber seiner Natur nach 
nicht der Mann, um eine grosse neue Erscheinung mit 
Enthusiasmus aufzunehmen. Er war nicht verständnis- 
los, aber prinzipiell vorsichtig; und kühl; die abwagende 
Detailkritik war seine Sache. Uebrigens hatte er zu 
dem Streit der Römer nicht Stellung" zu nehmen, da er 
schon zu Anfang 1796 nach Florenz übersiedelte. Dort- 
hin erhielt er dann von Goethe ein Jahr später Nachricht 
von dem hlüllefschen Aufsatz und antwortete darauf 
mit einem höchst Charakteristischen, warnenderl Brief: 
„Es wird zwar eine spate Erinnerung und Bitte sein, 
das hlüllensche Werk contra Fernow und Carstens einer 
recht strengen Prüfung zu unterwerfen. weil ich weiss, 
dass in diesen Kriegen nicht KVahrheitsliebe, sondern 
Leidenschaft die ülriebfedern sind; denn in Rom ist das 
ganze Künstlervolk jetzt in zwei Parteien geteilt. die 
sich hassen, verfolgen, schmahen, beleidigen und manchen 
Unfug treiben. Die Billigkeit im [Trteil ist ihre Starke 
schon ehmals nicht gewesen, und jetzt noch weniger als 
ehmals, auch ist mir kund, wie in Schenken man sich 
schon der mächtigen Verbündeten in Deutschland rühmt. 
Ziehen Sie deswegen blos den Nutzen davon, der sich 
von dieser Schrift ziehen lasst; aber übrigens... bin 
ich versichert, Sie werden das Volk ebenso bald müde sein 
als ich es geworden bin, und sie fahren lassen. Zu 
("arstensi Lobredner möchte ich mich indess nicht auf-
        

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