Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379294
arstens) 
imischt- 
NVirksamkcit 
1792- 
T797. 
133 
Schränken; denn um als Schriftsteller öffentlich aufzu- 
treten war er nichts weniger als geeignet. Und auch 
die meisten übrigen Künstler in Rom nicht. Aber einen 
gab es unter ihnen, der auch Schriftsteller war, den 
„Maler M üller  diesen gewannen sie. Der "Teufels- 
müller" mag eine diabolische Freude empfunden haben, 
als die Klassizisten, Welche bisher seine Feinde und Ver- 
achter gewesen waren, nun um seine Hilfe flehten. Er 
war ein irerbitterter, aber ein sclrarfsinniger ltlann, und 
er war sich zweifellos dessen bewusst, dass wenn er auf 
Üarstens kräftig losschlug, er damit die Herren Bury, 
Schmidt, Rehberg' und Consorten noch viel schlimmer 
traf. wenn gleich sie selbst es nicht merkten. Aber erst 
zu Ende des Jahres 1796, anderthalb Jahre nach der 
Carstensschen Ausstellung, war sein Elaborat fertigx 
Natürlich konnte es sich jetzt nicht mehr als eine Kritik 
geben, sondern erschien im Gewand einer Widerlegung 
von Fernows Artikel. Der Meister und sein Prophet 
sollten auf einmal abgetan werden. Bury übersandte 
die Arbeit an Goethe zur Aufnahme in Schillers Horen; 
dort stand das entscheidende Urteil in Sachen der bildenden 
Kunst Goetheüi zu. Goethe hatte noch kein Bild von 
("arstens gesehen, und wenn er auch den Maler Müller 
nicht schätzte, so hatte er doch keinen Grund Bury und 
Hirt zu misstrauen, welche ihm ungünstig über Carstens 
berichtet hatten. Er war daher bereit den Aufsatz auf- 
zunehmen. auch schon um eine lebendige Diskussion 
hervorzurufen. Er schrieb an Schiller: „V0n Rom habe 
ich einen wunderlichen Aufsatz erhalten, der vielleicht 
für die Horen brauchbar ist. Er hat den ehemals so 
genannten Maler Müller zum Verfasser, und ist gegen 
Fernow gerichtet. In den Grundsätzen, die er aufstellt, 
hat er sehr recht; er sagt viel Gründliches, Wahres und 
Gutes, so ist der Aufsatz auch stellenweise gut geschrieben, 
hat aber im Ganzen doch etwas Unbehülfliches und in 
einzelnen Stellen ist der Punkt nicht recht getroifen.    
Da er genannt sein will, so könnte man es wohl mit 
seinem Namen abdrucken lassen und am Schlüsse eine
        

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