Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379104
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Siebenter 
Abschnitt. 
bewundert-e, aber auch viel 
von Carstens bestimmt ist. 
angefeindete 
Persönlichkeit 
Siebenter 
Abschnitt. 
Carstens" 
römische 
Wirksamkeit 
1792- 
1797. 
Asmus Carstens hatte lange Zeit nach Rom als 
dem Wunderland, das unerreichbar schien, hingeschaut, 
bis es ihm endlich gelang, die Piazza del Popolo zu be- 
treten. Schon war er einmal in den achtziger Jahren 
als bescheidner Fusswanderer über die Alpen gepilgert, 
aber nur bis Mantua und Mailand gekommen; erst 1792 
konnte er endlich als schon Achtund(lreissigjähriger in 
Rom einziehen. Die verlorene Zeit, die in ilndankbareln 
Ringen verbrauchte Kraft war nicht einzubringen. Ein 
tragisches (teschick liess den grössten künstlerischen 
Genius der Zeit nicht mehr als einen Umriss, eine An- 
deutung dessen, was er leisten gekonnt, vollbringen. Aber 
die Wirkung wurde gerade durch diese tragische Aureole 
noch gesteigert. Mit dem frühen Tode Carstens endeten- 
die Feindseligkeiten, welchen er im Leben ausgesetzt 
war, und eine ernste, tiefe Verehrung trat an die Stelle. 
Gemeine Naturen  zahlen mit dem was sie tun, 
Edle mit dem, was sie sind: 
Dieser Satz scheint auf den schadenden Künstler 
keine Anwendung zu haben, da nur das Werk den Mei- 
ster loben kann. Und dennoch hat er auch hier seine 
Berechtigung. Wie tinendlich viel grösser ist der Einiiuss 
Lionardo da Vincfs auf die Geschichte der Kunst ge- 
wesen als es die Zahl seiner Werke erwarten liesse? 
Der Satz, dass Rafael der grösste Maler gewesen sein 
würde, auch wenn er ohne Hände geboren ware, ist 
zweifellos richtig; es fragt sich nur, wie er die Welt
        

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