Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379089
112 
Abschnitt 
nns ist Reinhart ein achtundzwannzigjährigzrr. gjlühend für 
Italien begeisterter Nfaler in der besten Kraft der Jngjend, 
der nach Rom zieht, um sogleich nach allen Richtungen 
die Landschaften in Latium und der Sarbina auf land- 
schaftliche Motive hin zu durchstreifen, wie wir dieses 
naive Natnrleben schon früher geschildert. Aber von 
Anfang; an fasst er seine Aufgabe anders auf, als die 
Künstler, für Welche Hackert das grosse Vorbild war. 
lieinhart war kein Idealkomiuonist wie Claude Lorrain: 
aber auch nicht ein Veduteninaler wie Hackert, der jeden 
beliebigen „Blick", der gerade verlangt wurde, nach 
seiner trockenen Weise auf die Leinwand übertrug: er 
war ein Maler, der nach den Motiven in der Landschaft 
suchte, welcher wie Mengs es für die Darstellung der 
menschlichen (jtestalt verlangt hatte, so in der landschaft- 
lichen Natur das Schöne aufzufinden und auszuwählen 
wusste. Reinhart Landschaften sind. immer interessant, 
und sie können sich bis zum Grossartigen steigern; in der 
Richtung; irvelche er begann, haben spater andere noch 
bedeutendere Kräfte weiter gearbeitet, und hat ein Prel- 
ler sich bis zur freien, und doch naturgeinassen Ideal- 
komposition erhoben.  
Von ausserdeutschen Künstlern hat sich in jenen 
Jahren nur C a nova bedeutend hervorgetaii, der seinen 
öiegeslaut" fortsetzte und von den Italienern immer mehr 
als ihr glänzender Repräsentant in dieser bisher haupt- 
sächlich durch Ausländer wierherrlichten Kunstepoche be- 
trachtet wurde. In diese Jahre fällt sein zweites Monu- 
mentalwerk 
Rom 
Das 
Grabmal 
Clemens 
XITI. 
der 
Peterskirche. Einen Fortschritt des Künstlers gegenüber 
dem früher von uns ausführlich besprochenen Denkmal 
Ganganellils in S. Apostoli bedeutet es keineswegs. Der 
Senator Rezzonieo, dem die Ehrenpfiicht (eiblag seinem 
zur höchsten Würde emporgestiegenen Verwandten das 
Denkmal zu errichten, hatte schon vor Jahren (ianeva 
nlit einem Entwurf beauftragt. Als er diesen gesehen, 
hattte er sich auf einige: Lobsprüche beschränkt, die Sache 
raber auf sich beruhen lassen,  und er hatte nicht so
        

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