Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379054
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freunde heranzutreten: die Stellung" zu der älteren i111 
stetigen Fortschritt begriffenen Kunst der Früh- 
renaissance. Die Rückivendung; vom ltlanierismus 
zum reinen Gleschmttck hatte, wie wir Wissen, einen 
Mengs zur gleichmassig" höchsten i-Xnerkennung von 
Rafael, Tizian und Corregygio geführt. In der Folge 
hatte 111a11 Rafael allein auf den Schild gehoben, wie dies 
besonders bei Goethe deutlich hervortritt. Es lag in 
der (fonsequenz der Entwicklung; dass man allmählich 
zur Schätzung der älteren. strengen Künstler Vorschritt. 
deren nicht nur Mengs, sondern auch Goethe in den 
Briefen aus Rom noch kaum Erwah11u11g' tut. Van weiss. 
zu welch übertriebener Einseitigkeit diese Schatzung' 
ZV1'2tl1Zig' Jahre später geführt hat; allein die ersten An- 
fange dieses Interesses, Welche bisher kaum beobachtet 
worden sind, f'alle11 schon um das Jahr 1790. Wir hörten 
bereits, dass Lips einen Stich nach Fiesole verfertig-ti 
hatte; Hirt schrieb hierzu eine hlrläuterung; Welche in 
Moritz" Zeitschrift erschien. Bury reiste im Frühjahr 
1790 nordwärts, um mit Goethe zusannnenzutreüen, der 
die Herzogin Amalia in Venedig' erwartete; auf tlieser 
Reise Wll1'(l6 er auf die älteren Maler aufmerksam und 
besonders die lllantegnas in Florenz übten einen tiefen 
Eindruck auf ihn. „Ich fithle," schrieb er, „dass mich 
Mantegna auf einen NVeg geführt, welcher freilich im 
Anfang' etwas mühsam ist, aber unfehlbar etwas gilts 
dabei herauskonnnen muss." Kopieen nach lüantegnzu 
sandte er nach Weinntr. ltleyer wiederum. welcher die- 
selbe Reise mitmachte, wurde dabei in Venedig auf 
Giovanni Bellini geführt, und fühlte sich von seiner 
„unschuldigen und bescheidenen Grazie" gefesselt, so 
dass er gleichfalls ihn zu kopieren anfing: Wie gesagt, 
dies waren nur Keime, aber solche, die sich schneller als 
Jemand ahnte, entwickeln, und in nicht langer Zeit 
denen, welche sie jetzt pflegten und begossen, beängstigend 
über den Kopf wachsen sollten. 1") 
Sehr merkwürdig ist zugleich zu sehen, wie die ersten 
Anzeichen einer Erschütte1-11ng' des klassischen Ideals, das
        

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