Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379041
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Älisfllliiff. 
dell" antica (i-reca e Romana pittura. Unter den Deutschen 
war besonders Reiffenstein ein eifriger Verfechter dieser 
'l'echnik. der im Kleinen selbst sich in ihr bemühte und 
im Grossen Andere dazu antrieb. "Er vermochte Unter- 
bergger, den uns schon bekannten Schüler von Mengs 
dazu. für die Kaiserin Katharina die Rafaelischen Loggien 
enkatistisch zu kopiren und so ein Werk grössten Um- 
fangs in der erneuerten lllechnik ziuszuführen. (Im Oktober 
1788 veranstaltete er bei dem russischen (Äonsul Santini 
eine Ausstellung; der andern für die Kaiserin angefertigten 
enkatistischen Bilder. Allein mit alledem war immerhin 
nur die (lekorzitive Veriveridung' gelungen; ob auch die 
feinen Farbennuancen, welche zu einem wirklichen Ge- 
nialde erfordert werden, sich auf diese Art erzielen 
liessen, tlitlllbel" herrschte noch gjrosser Zweifel. Reinen- 
stein war auch davon überzeugt; Philipp Haekert. der 
selbst sich der Enkaustik zur Dekoration bediente, wider- 
sprach entschieden. Er behauptete, dass es beinahe un- 
möglich ivare, ein Gemälde in vollkommener Harmonie 
zu verfertigen, weil man die Idarben ganz blass sehe und 
auf das Gerathewohl arbeite, ,.so dass man erst sieht, was 
man gemacht hat, wenn das Wachs eingebrannt ist."  
Da unternahm es nun Lips. kurz bevor er Rom verliess, 
die Frage praktisch anzufassen. Er verfertigte zwei 
Porträts in ganzer Figur, von Hirt- und von Bury. Doch 
war er mit dem Ergebnis selbst nicht recht zufrieden; 
„im Einbrennenft schreibt er, „reussirte die Sache nicht 
so glücklich. Alles wurde viel dunkler, veränderte die 
Farbe, verlohren sich sanfte Dinten und Lasuren, be- 
kamen Flecken. Das runde und weiche verginge meistens 
und wurde etwas hart, so dass es nicht mehr die gleiche 
Sache zu sein schiene." So hatte Hackert zunächst recht 
liiehalten; doch hörten weitere Versuche nicht. auf. die 
freilich erst in unserer Zeit zu wirklicher Wiederbelebung; 
der Wachsmtrlerei geführt haben. "l 
Von mehr innerlicher und für die Weiterentwicklung; 
tiefgreifentler Bedeutung war eine andere Aufgabe, die 
damals anfing" unmerklich an die Künstler und Kunst-
        

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