Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1379012
Die 
Xac1nvvi1']nnygen 
1788- 
Goethe's 
71792, 
105 
Herzogin ihnen geschenkt wurde. „0 welche Dame!" iuft 
Schütz begeistert aus, „eine Dame, der ich wünschte einen 
Pestonischen Tempel in Rom zum ewigen Denkmal auf- 
bauen zu können, zum Ruhm Ihrer und zur Ehre der 
deutschen Nation, die das Glück haben Fnterthanen von 
einer so erhabenen deutschen Fürstin zu sein! Feberhaupt 
ist es eine Gesellschaft, die der ganzen deutschen Nation 
ihre Ehre in Rom wieder auf festen Fuss setzt, und ich 
nun aufts Neue stolz darauf bin ein Deutscher zu sein." 
ltls wurden tatsächlich der Herzogin Ehren erwiesen, 
welche ilber das Mass dessen hinausgingen, was in Rom 
üblich war, wo man an fürstliche Besuche gewöhnt war, 
und die alteingesessene hohe Aristokratie sich den kleinen 
deutschen Fürstenhauserli vollkommen ebenbürtig fühlte. 
Die Herzogin von Santa Croce, eine Dame der grossen 
römischen Welt, die über deren Mauern hinausgesehen 
hatte (Schatfauer hat ein Reliefportrat von ihr gefertigt), 
übernahm gern die Rolle einer F1hrendan1e und einfüh- 
renden Gesellschafterin; von ihr wurde Anna Amalia in 
den Vatikan zu Pius V1, zum "Nepotenr (lartlinztl Braschi, 
und zum Staatssekretär Cardinal Buoncompagni geleitet. 
Der Papst, den die Herzogin übrigens zum erstenmal ge- 
sehen hatte, als er zu einer  Jagdpartie fuhr, schenkte 
ihr ein wertvolles Mosaik, den dlriumphbogen Constantins 
darstellend. Später wies er ihr für die (Tarnevalszeit und 
ihre Festlichkeiten einen besonderen Begleiter, den Prinzen 
Massimi. zu. Als die Herzogin nach Neapel übersiedeln 
wollte, wurde ihr Vorher auf Veranstaltung; des höchsten 
städtischen Beamten, des "Senators" Rozzonico auf dem 
(Tapitol ein feierliches ._-Xbschiedsmahl gegeben. 
In der fürstlichen Aristokratie Roms überbot. man 
sich in Aufmerksamkeiten. Der Kammerherr- von Einsiedel 
berichtete darüber an Goethe, die Herzogin empfange die 
ausgfezeichnetsten Höflichkeiten, mehr als man sonst 
Fürstinneii zu erweisen hier gewohnt sei; man bemühe sich 
auch  ätcht italienisch  beständig; die Herzogin darauf 
aufmerksam zu machen. dass man für sie aus dem her- 
gebrachten (Steleise herausschreite. Sie nahm dies wie
        

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