Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378936
Die 
wethäs 
1788- 
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(fdenBrief) geschickt genug ziufmachen sollte; im Durch- 
lesen sammelten sich wieder tllhranen genug für mich, 
Ihre Abwesenheit von mir zu beweinen"  Er erhielt von 
Goethe Aufträge zu Kopieen im Palazzo Farnese, eine 
eigene Composition  Phrixus auf dem "Widder  zu 
der Bury eine Skizze nach iVeimar geschickt hatte, konnte 
Goethe unmöglich ermuthigend aufnehmen. Eine höchst 
charakteristische, das Kunsttreiben jener Zeit trefflich 
illustrirende Episode wurde durch jene Arbeit in der 
Farnesischen Ctallerie herbeigeführt. Mit, den Dienern 
des "verlassenen, den Bourbons von Neapel gehörigen Pa- 
lastes hatte sich nach italienischer Art schnell ein kleines 
Sonmilerverhaltnis angesponnen, indem sie allerlei Kunst- 
sachen unter der Hand loszuschlagen und sich so eine 
Nebeneinnahme zu machen suchten. S0 kamen llleyer 
und Bury dazu die Abstellräume des Palastes zu durch- 
stöbern. und stiessen in einer abgelegenen Kapelle end- 
lich auf ein Bild, welches die Diener freilich nicht zu 
verkaufen wagten, das aber unsern Freunden unüberwind- 
lich in's Auge stach. Es war eine Pieta desselben Anni- 
bale Paracci, dessen Fresken sie eben kopirten, ein Bild 
schon aus den Gallerieen Doria und Bospigliosi bekannt, 
das ihnen hier durch allen Staub und Schmutz viel wert- 
voller in seiner Ausführung erschien. so dass sie nicht, 
zweifelten, das einzige Wahre Original vor sich zu haben. 
Nun iing; ein Bereden und Handeln mit den Dienern au, 
Welche endlich mit sechszehn Scudi "benebst ein anderes 
Gemahlde an dieselbe Stelle" zufrieden waren. "Ich 
gieng", schreibt Bury. "denselben Abend, zwei Uhr in der 
Nacht hin; das Bild wurde mir gegeben, und wer meine 
Beine gesehen hatte laufen, mein klopfendes Herz, das 
grosse Bild unter dem Arm; wenn ich Ihnen sagen sollte, 
wie ich nach Hause gekommen, wäre ich nicht im Stande. 
zu sageni"). Das Bild war in der Tat ein schönes 
Exemplar der vielverbreiteten Composition; dass es aber 
wirklich das Original war, wivtirtle niemals erwiesen. Die 
Künstler aber, in ihrem uns schon bekannten Optimismus, 
waren fest davon überzeugt; auch Meyer, Reiffenstein, 
Harn ack, Kunstlelnen. 7
        

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