Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377831
Einleitung: 
Es gibt grossartige und erhabene Erscheinungen, in 
deren Bewunderung alle Zeiten und Völker einig sind, 
über Welche ein Streit der llleinungen nicht mehr geführt 
wird; aber es gibt trotzdem keine Grösse, Welche das 
Wehen und Walten des Zeitgeistes, ja auch die Herr- 
schaft der blossen Mode nicht zu empfinden hatte. Denn 
die Bewunderung kann kalt und gdeichgiltig, sie kann 
lebendig' und leidenschaftlich sein; sie kann in einer 
kühlen, sogar verdrossenen iänerkennung der grossen 
Eigenschaften bestehen, oder sie kann die unwiderstehliche 
Aeusserung PBISÖIIllClIGII Empiindens sein. Zu jeder Zeit 
ist das Colosseum als ein Weltivuntler angestaunt worden; 
aber empfunden hat man bei seinem Anblick durchaus 
nicht zu allen Zeiten in der Art, wie Goethe am Schluss 
der Italienischen Reise, oder Byron im Childe Harold es 
aussprachen. Und die gesammte Stadt Rom ist seit zwei- 
tausend Jahren als „Hauptstadt der Welt," als nervige 
Stadt" gefeiert werden; aber eine lebendige Anziehungs- 
kraft, eine begeisternde Wirkungg; hat sie keineswegs zu 
allen Zeiten in gleichem Mass ausgeübt. 
Im Lauf des siebzehnten Jahrhunderts und zu Anfang 
des achtzehnten war die R0mverehrung' auf einen sehr 
niedrigen Stand gesunken. Die französische Kultur hatte 
in ganz Europa die Oberhand gewonnen, und aller Blicke 
richteten sich mit lernbegierigem Staunen nach Paris. 
Wohl meinte man das Altertum zu verehren; aber man
        

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