Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378804
F ünfter 
Abschnitt. 
wurden als jetzt. Nach der Sitte der Zeit wurden zu- 
erst umfassende Restaurationen vorgenonniien. Welche 
der vom König höchgeschätzte Kunstkenner und Maler. 
(lavaliere Venuti, leitete. Albacini, der berühmte Restau- 
rator, führte sie aius. Nachdem dies geschehen, kam der 
König auf den (ledanken, eine Anzahl geringerer Statuen 
zu verkaufen, um die Kosten der Restauration zu decken. 
Jenkins, der zunächst als Sachverständiger und '.l'zixttttlr 
fungirte, machte sich schon seine Rechnung; auf einen 
umfassenden Ankauf. Da hintertrieb l?l1i1i pp Hacker t 
die Sache, den der König dem Venuti nach Rom nach- 
gesandt hatte. Hackert, mit seinem praktischen Scharf- 
blick, durchschaute sogleich, dass ein "Verkauf aus den 
gar nicht katatlogjisirten Sammlungen zu endlosen Ter- 
dachtig-ungen und Yerläumdungen der  
politanei" Anlass geben könne, und dass es auch in der 
Tat schwer sei, alle Missbräuche und Unterschleife bei 
einem solchen Geschäft auszuschliessen. So blieben die 
Faruesischen Schätze vereinigt und wanderten allesannnt 
nach Xeapelß) Dieser grosse Verlust für Rom hatte 
iudess im Ganzen auch sein Gutes; denn bei dem Auf- 
räumen und Durchsuchen der körliglichen Besitzungtzn, 
der Garten auf dem Palatin und der Villa auf dem Monte 
liIairio. war viel Neues zu 'i'z1g'e gekommen; "täglich 
wurden", sagt Philipp Hackert, "unter Schutt und Steinen 
gute Sachen gefunden." 
Mit Philipp Hackert war auch (in ethe wieder nach 
Rom zurückgekehrt. Dreiviertel Jahre dauerte sein 
"ZWGÜBI" römischer Aufenthalt", der für ihn weit wich- 
tiger ward als der erste. Während des ersten hatte 
Goethe die römischen Eindrücke staunend und bewundernd. 
aber doch noch als Fremder aufgenommen; während 
des zweiten wurde er zum Römer. Wer in der  
unserer Litteratur zum Klassizismus ein Unheil sieht, 
muss diesen zweiten Aufenthalt anklagen; wer der Mei- 
nung ist, dass die Römischen Elegieen, Idyllen wie 
Alexis und Dora, endlich „Hermann und. Dorothea" unsere 
Litteratur erst auf die Höhe gehoben haben, auf welcher
        

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