Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378786
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Fünfter Abschnitt. 
die eifekthaschende Gefallsucht des Siidlanders; von der 
Natur waren sie beide weit entfernt, Mengs aber immer- 
hin auf dem Wege zu ihr. Batoni besass Natur nur 
etwa in dem Sinn, als auch die Coquetterie zur „zweiten 
Natur" werden kann. Uebrigens hinterliess Batoni auch 
einen deutschen Schüler, den Historiennialer P u hlmann 
aus Brandenburg, Welcher 1787 Inspektor der königlichen 
Gemälde in Potsdam wurde, als Maler jedoch seinem 
Lehrer nicht allzuviel Ehre machte. 
Als junger Maler von Talent kam unter den Ita- 
lienern damals Gasparo Landi auf. Er war 1756 
geboren und hatte um 1770 seinen dauernden Aufenthalt 
in Rom genommen. Er kam langsam zu Ansehen, war 
aber in dem Zeitpunkt, in dem wir stehen, schon dazu 
gelangt, von den Italienern als der berufene Erbe des 
Ruhms der heimischen Malerei betrachtet zu werden. 
Besonders sein Apelles und Campaspe wurde damals hoch 
gepriesen. Ausländische Betrachter Waren niemals ge- 
neigt ihn sehr zu rühmen. Man könnte ihn am ehesten 
mit Batoni in Beziehung setzen, dessen Manierismus er 
fortführte, ohne sich die Kraft David's oder die künst- 
lerische Reinheiti Flaxmaifs anzueignen. Er malte mit 
Vorliebe religiöse Gegenstände; nur selten entnahm er 
seine Stoffe dem Altertum. 
7 Die erste Stelle unter den italienischen Künstlern 
ilahm zweifellos Canova ein; das Grabmal Clemens" XIV. 
hatte ihn dazu erhoben. Schon gelangte er zu inter- 
nationalem Ruf; die ersten Kupferstecvher unternahmen 
es seine Werke zu vervielfältigen. Vitali stach das 
Grabmal; Rafael Morghen die ülheseusgruppe. Die letztere 
wurde 1788 durch den uns schon bekannten Kunst- 
freund, Grafen Friess, angekauft, und trauernd sahen 
die Italiener eines der geschatztesten Werke ihrer neueren 
Kunst über die Alpen Wandern. Seine eigentümlichste 
Begabungy die vollendete Meisterschaft im Zarten und 
Gefalligen, Wusste Canova zur selben Zeit in einem 
Phantasieschöpfung und Porträtkunst eigentümlich 
mischenden Werk darzutun; es War die Statue eines
        

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