Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378762
80 
F ünfter 
Abschnitt. 
Antrag des Verlegers Xaylor, bei welchem dann 17933 
die Homerzeichnungen erschienen sind, um seitdem eine 
unveränderte (Sreltung zu behaupten, als konzentrirtester. 
mit geringstmöglichen Mitteln gegebener Ausdruck der 
homerischen Existenz. Seinem eigentlichen Beruf als 
"Plastiker nachzugehen gab in derselben Zeit der für- 
sorgliche Lord Bristol dem Künstler Gelegenheit; für 
ihn fertigte Flaxman eine lllarmorgruppe des in Riaserei. 
geratenen Athamas, nach der Schilderung Ovitbs. Doch 
wurde diese TPätigkeit Flaixmans nicht so einflussreich 
wie jene zeichnende, welche für die so beliebten Illustri- 
rungen antiker Sage und Mythologie geradezil "Muster- 
giltigkeit erwarb und in unzähligen Abschwacliiiiigeii 
wiederholt wurde. 
Eine eigentümliche Erscheinung unter den englischen 
Nlalern war der schon seit 1774 in Rom lebende James 
l) urn o. Dieser hatte sich auch den antiken Sujets zu- 
gewandt, doch keine besondern Erfolge mit seinen Bildern 
erzielt. Nun verfiel er auf den unter damaligen Ver- 
hältnissen ganz überraschenden Cledanken. sich Shake- 
speareische Szenen, und zwar humoristischer Art als Stoife 
zu wählen. Am bekanntesten wurde eine Darstellung 
der Falstaiffischen Rekrutenaushelaung, ein Bild, das in 
den ,.Memorie" ausführlich beschrieben ist. Dort wird 
ihm das etwas ziveifelhafte Lob nachgesagt, er hatte 
selbst in den Karikaturen etwas (lra-ziöses und Edles 
bewahrt, was man bei den niederläiulisclieii lllalern fast 
immer Vermisse. Viel (Schick konnte der Maler indess 
mit solchen Bildern nicht machen, auch wenn sie dem 
Zeitgeschmack sich etwas anpassten; sie lagen von 
der antikisirenden Strömung; zu weit ab. Selbst ein 
Füssli, den wir doch als (lurchaus nicht klassizistisch 
gesinnt kennen, schrieb dennoch in seinem Künstler- 
lexikon, Durno habe zuerst gesucht die Grifisse der 
(färiechen und Römer zu erreichen, sei aber (lainn in die 
.,Gothische hlethotle" seiner Shakespearezeichnungen ver- 
Iallen. 
Die englische Bildhaueirkunst, tat sich in dieser Zeit
        

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