Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378750
wirkten in Rom fort; wir haben Gagneraux und den so 
tragisch endenden DFOIIiI-lS schon kennen gelernt. „Waruni 
muss ein Mann von so gewaltigtsr Begabung wie Drouais 
sich zum Nachahmer eines Andern machen f)" fragten die 
"llleinoriehhl Aber so stark war die mitreissende Wirkung" 
von David's 'l'atig'keit. dass selbst ein durchaus der 
Landschaftsmalerei gewidmeter Künstler wie der Genfer 
St. Ours sich damals in Rom zu einem „Raub der 
Sabineriiineir" entschloss. Auch 'l'ischbein's grosses Bild. 
das er freilich unvollendet in Rom zurückliess, als er 
ilach Neapel ging: Paris im Gemach der Helena, von 
Hektor wiegen seiner (Unlust zum Kampf getadelt  
auch dies Bild beruht auf französischer Anregung: Man 
darf sagen. dass die 'l'radition von Mengs, 01111e dass 
dieser in Vergessenheit. oder Geringschätzung geriet. 
durch die 'l'raditioi1 von David abgelöst wurde. Ver- 
traut und verwandt läüllllitb freilich dem deutschen Geist 
diese Irathetisch anspruchsxiolle Weise niemals werden. 
Angelika, Kauifmann zog sie im „'l'od Virgils", in der 
"lllutter der Gracchen". in dem für Katharina I]. ge- 
malten ..Servius Tullitis als Kind" in das Rührende und 
Elegische, womit sie sich aber nicht vertrug. 
"Daneben gab es jedoch eine andre Richtungy welche 
dem deutschen Wesen naher stand und deren Einfluss 
nicht wie der französische zum guten Teil Modesache. 
sondern lebendige Wirkung: war. Wir haben früher den 
Schotten Hamflton und seine künstlerische Verwertung- 
der griechischen Motive kennen gelernt. Er schuf in 
seiner Art unermüdet u'eitei' und erhielt (1787) einen 
jungen llIitstrebende-n an dem Engländer J ohn Flax- 
man. DerKünstler, welcher erst als Ziveiunddreissig- 
jahrigtar in Rom eintraf, war eigentlich Bildhauer, aber 
der Reichtum künstlerischer i-knregung", die er aus den 
Homerischen Werken schöpfte, dieser Reichtum, der an's 
Licht drängte und den in dieser Fülle plastisch zu ge- 
stalten ausser jeder praktischen Möglichkeit lag; bewog 
ihn endlich sich mit der zeichnenden Wiedergabe zu be- 
gnügen. Noch bestärkt wurde er hierin durch einen
        

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