Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378744
üu fter 
rschnitt. 
neue Art und mit neuen hiethotlen dnrchikirscht." In 
der läenrteilung" der Künstler zeigen sich die rhlemorie" 
von der Einseitigkeit des Zeitalters in gewissem (irade 
frei. Nicht Rafael allein wird gepriesen; daneben heisst 
es von Lionardo da Vinci. er sei der Vorläufer Michel- 
angelds im Grandiosen, RafaePs im Ausdruck, (lorreg'g'io's 
in der Grazie und im Helldunkel, er sei insgesainnit der 
grösste Genius, den die Geschichte der Malerei zu rühmen 
halbeß) Michelangelo wird gegen das Unxierstandnis der 
Zeit in Schutz genommen, da seine „erhabenenScl1ö11- 
heiten seine Mangel weit übertrafen." z") In Beurteilung 
der modernen Künstler erhebt sich die Zeitschrift freilich 
nicht über das Niveau des damaligen Publikums. An- 
gelika Kautfmann wird rückhaltlos gepriesen: „]f)ie 
Werke dieser Künstlerin haben eine gewisse Allseitigkeit 
des Schämen  aus der man erkennt. dass diese Frau 
ausser ihrem weiten und fruchtbaren Geist truch das 
seltene Geschenk der (lrazien von der Natur empfangen 
hat."  Wir sehen indess hieraus, dass wenigstens nationale 
Beschränktheit und Eifersucht der Redaktion fern lag: 
J a. eine Besprechung von Lavaters Plrxisiognomik bewegt 
sie sogar zu dem resignirten Eingeständnis. es mache 
Italien nicht viel Ehre, dass es. obgleich die Mutter der 
schönen. Künste, doch die besten Werke über (lieselben 
jenseit der Alpen sich erbetteln müsseß) Andererseits aber 
hat das Lob der Zeitschrift auch nicht viel zu bedeuten; 
sie ist nicht ohne Einsicht. aber ohne Kritik verfasst: 
öfters macht sie den Eindruck, den Künstlern zu Dank 
geschrieben zu sein. Franzosen, Engländer und Italiener 
werden abwechselnd mit den Deutschen, anerkennend 
oder referierend, niemals tadelnd besprochen. 
Tatsächlich waren damals die Franzosen am einfluss- 
reichsten. Wenn in der Landschaft und im Porträt die 
Deutschen sich eigner Schöpferkraft rühmen durften. so 
blieb die immer mehrsich entwickelnde Historienmalerei 
antiken oder biblischen Inhalts von franzüsiscl1ei' An- 
regung" aibhängig. David war ZWHI" nach Paris zurück- 
gekehrt; aber sein Geist und seine Schaffensrichttiiig"
        

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