Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsches Kunstleben in Rom im Zeitalter der Klassik
Person:
Harnack, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377511
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1378721
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Vierfer 
Abschnitt. 
am Besten aus dessen eigenen Worten entnehmen. 
„'I'ausend, tausend Dank," schrieb ein Jahr später Kniep 
an Goethe, „vor Alles das Gute, das ich aus Ihren 
Händen erhielt; es ist nun bald ein Jahr, da wir zu- 
sammen an Bord gingen, und da Sie den Punkt setzten. 
der den (Iirkel meines Glückes ausgehend macht.    
O mein Bester, durch Sie habe ich Alles, was ich habe: 
Hoffnung werde Wahr!    O könnte ich mich Ihnen so 
zeigen, mein Bester, wie ich gerne wollte! Doch das 
wird ja alles kommen!" Wir empfinden in diesen Worten 
nicht nur die Dankbarkeit des Arbeiters, der "Verdienstt 
bekommen hat, obgleich Goethe auch an solch praktischer 
Fürsorge für Kniep es nicht fehlen liess; wir fühlen das 
freudige Bewusstsein eines aus Stürmen an sichres Land 
(leretteten heraus, eines liiannes, der jetzt erst Selbst- 
vertrauen und Klarheit über sich selbst gewonnen hat. 
Ebenso wie mit dem naiv uugeschickten Kniep 
wusste Goethe aber auch mit dem weltklugen Hackert 
sich zu vertragen. Er widmete ihm viel Zeit; es ver- 
steht sich, dass Hackert Alles tat, um mit dem berühmten 
Landsmann in bestes hlinvernehmen zu kommen, der ihm 
nicht gefährlich werden, wohl aber ihn mit seinem Licht 
bestrahlen konnte Goethe suchte sich bei dem so hoch- 
gweschatzten Landschaftsmaler in dieser Kunst zu ver- 
vollkommnen, und Hackert erteilte ihm die bekannte 
ironische Ermutigung. es könne aus ihm als Landschafts- 
maler etwas werden, wenn er achtzehn Monate bei ihm 
Unterricht nahme. Goethe liess sich dadurch nicht ab- 
halten, auch in der kurzen Zeit, die ihm zu Gebote stand, 
soviel als möglich von Hackert zu lernen, sowohl in 
Neapel als auch später während einiger gemeinsam ver- 
lebter Wochen in Rom, und er konnte nicht aufhören zu 
rühmen, wie sehr er durch den geübten Blick des er- 
fahrenen Künstlers im Beobachten und Aufnehmen der 
landschaftlichen Motive gefördert worden sei.
        

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