Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
System der Künste
Person:
Alt, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1374552
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1377035
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DIE 
ARCHITEKTUR. 
dieser Umstand ist ästhetisch irrelevant und zwar glücklicherweise 
irrelevant, da er zu einer bedauerlichen und nicht sehr religiösen Öde 
des Gotteshauses führen würde. Dass man sich bei der Erbauung von 
Synagogen maurischer Stilformen bedient, entspricht der orientalischen 
Herkunft des jüdischen Volkes und dem orientalischen Charakter seiner 
Religion. 
DIE 
EINHEIT 
DER 
ARCHITEKTURNVERKE. 
Die ozgaxzisckzforuzelle Ersclzeväzung der Einlzeizi 
Jedes Artefakt hat 
tisch erkennbar werden 
eine individuelle Sonderexistenz, welche 
muss. Diesem Erfordernis wird bis zu 
ästhe- 
einem 
gewissen Grade genügt durch die Erscheinung des organischen Zu- 
sammenhanges der Glieder; indessen muss notwendig das Ganze auch 
eine formell einheitliche Ordnung annehmen. 
Das nächstliegende formelle Ausdrucksmittel der Einheit, Abge- 
schlossenheit und Zusammengehörigkeit in sich, welches hiefur zu Ge- 
bote steht, ist die Symmetrie. Wie bereits früher entwickelt worden 
ist, wirkt die Symmetrie auf den Beschauer durch die Wechselbeziehung 
der Hälften um eine in der Mitte liegende senkrechte Achse. Aus der 
elementaren Natur der Symmetrie ergiebt sich, dass bei solchen 
Kunstorganismen, welche einen hervorragend einfachen 
und damit mächtigen Eindruck erzeugen sollen, wie es bei 
monumentalen Bauten der Fall ist, die symmetrische Erschei- 
nung als die angemessene gefordert werden muss. Wenn 
zwar es noch andere Mittel geben kann, um die Einheit eines kos- 
mischen Gebildes in dessen Gesamterscheinung auszusprechen, so werden 
dieselben doch jedenfalls weniger deutlich für das Bewusstsein des 
Beschauers, weil sie eben kompliziertere sind!) 
Die Achse der Symmetrie, die gedachte Linie, um welche die 
I) Auch die Einheit eines Gemäldes kann durch dieses architektonische Mittel 
besonders betont werden; allein die Symmetrie ist geradezu unmalerisch, weil der 
Freiheit der nachgeahmten Gestalten sofort widersprechend; denn ein Bild ist kein 
organisches Individuum, wie ein Gebäude. Fra Bartolomeo und Rafael haben sich 
noch sehr enge an die symmetrische Darstellung angeschlossen. An ihre Stelle tritt 
bei Niederländern wie Wouwerman die Centralisation der Farbenwirkung.
        

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