Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
System der Künste
Person:
Alt, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1374552
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1376866
DIE 
FORMELLE 
SCHÖNHEIT 
DER 
ARCHITEKTURYVERKE. 
2OI 
wurde, einen Einfluss aus_ auf das Gefühl der organischen Proportio- 
nalität. Weitsäuligkeit ist ein Kriterium des Holzbaues, wie die 
etruskische Tempelfassade, welche hölzerne Architrave hatte, darthut. 
F ORMELLE SCHÖNHEIT DER ARCHITEKTURWERKE. 
C. DIE 
Die formelle Schönheit musste, ihrer allgemeinen Bedeutung ent- 
sprechend, schon vor der Besprechung der nachahmenden Künste ab- 
gehandelt werdenß) Dies geschah in der Weise, dass auch etwaige 
besondere Eigentümlichkeiten der Architektur dort ihre Erledigung 
gefunden haben. Es sei hier daran erinnert, dass damals noch einige 
Erscheinungen untersucht wurden, welche dem Gebiet der formellen 
Schönheit nicht zweifellos angehören, jedoch gerade für die Architektur 
eine ästhetische Bedeutung haben, nämlich diejenige der Richtung und 
diejenige der Symmetrie; denn jene hängt ab von Funktionen der 
Glieder und diese ist in erster Linie Ausdrucksmittel der Einheit. In- 
dessen hat nun einmal schon Semper die beiden Erscheinungen mit 
der formellen Schönheit abgehandelt, und sie hängen auch mit der- 
selben zusammen. 
DIE 
WAHRHEIT 
IN 
DER 
ARCHITEKTUR. 
Zur Beantwortung der Frage, inwieweit die Architektur wahr sein 
solle, muss man von dem Grundsatz ausgehen, dass alles ästhetische 
Anschauen sich nur richtet auf die Erscheinung. Desshalb hat im 
Prinzipe das praktische Wesen der Artefakte nur den Zusammenhang 
mit der ästhetischen Erscheinung, dass es die vorausgesetzte Vor- 
stellung abgiebt, nach welcher wir diese beurteilen; d. h. auch bei den 
Artefakten ist die praktische Bedeutung ästhetisch eine blosse Vor- 
stellung, wie wir in der ersten Abhandlung dieses Buches dargelegt 
haben. Nun sind aber die Werke der Architektur nirgends Nach- 
ahmungen von Naturgebilden, sondern Verkörperungen menschlicher 
1) Vergl- 
oben
        

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