Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
System der Künste
Person:
Alt, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1374552
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1376495
164 
III. 
DIE 
VERBINDUNG 
DER 
MUSIK 
MIT 
ANDEREN 
IKUNSTARTEN. 
halts erfahren müssen, indem nämlich die Handlung ganz darauf ab- 
zielen muss, Momente für eine liedmässige Ausgestaltung von Empfin- 
dungen zu gewähren. Wegen der ästhetischen Bedeutung und schon 
wegen des zeitlichen Umfangs dieser Musikstücke müssen naturgemäss 
Handlung und Charakterentwickelung zu Gunsten des lyrischen Inhalts 
auf ihr allgemeinstes Schema zurückgebracht werden. In ihrer ganzen 
Strenge hat man, wie ich glaube, diese Form niemals verwirklicht, 
höchstens in Oratorien. Das Textbuch zu einer solchen Oper müsste 
von äusserster Kürze und Dürftigkeit, das Drama darum doch nicht 
schlecht sein. Mozart bezeichnet die höchste Leistung auf dieser 
Basis; aber er verlässt sie vielfach, nochmehr der Fidelio. Wir hatten 
zu untersuchen, ob eine andere Gestalt des Musikdramas möglich und. 
ästhetisch zulässig ist; diese Form steht dann unstreitig höher, als jene. 
Die Weitschweiiigkeit des dramatischen Gedichts, welche die Schöpfun- 
gen R. NVagners vielfach beeinträchtigt, dürfte schon vom Standpunkt 
des reinen Dramas aus zutadeln sein. In allen Fällen ist jedoch für 
das Musikdrama thunliche Beschränkung der rhetorischen Ausführlichkeit 
wünschenswert. 
        

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