Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
System der Künste
Person:
Alt, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1374552
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1374906
EINLEITUNG. 
Von gleich hoher Bedeutung, wie die Einteilung der Künste in 
nachahmende und nicht nachahmende ist diejenige in räumlich und 
zeitlich wirkende (bildende und redende), welche in der modernen 
Ästhetik zuerst von Lessing in ihre Rechte eingesetzt worden ist. 
Auf Grund beider können wir einstweilen folgende Tabelle entwerfen: 
Nachahmende Künste: 
a) Räumliche: 
I) Skulptur 
2) Malerei 
b) Zeitliche! 
Dichtkunst; 
c) Zeitliche-räumliche: 
Drama. 
Nicht-nachahmende Künste: 
a) Räumliche: 
Architektur u. "Kunsthandwerk" 
b) Zeitliche:  
Redekunst. 
Wohin die zeitliche Musik gehört, bleibt noch fraglich, so lange 
wir ihre Wirkungsart nicht genau untersucht haben. 
Dass die hiermit aufgestellte Einteilung die einzige ist, welche die 
Bezeichnung als "natürliches System" rechtfertigen kann, dürfte un- 
mittelbar einleuchten. Aus seiner Anwendung muss sich ergeben, 0b 
es zutreffend ist und praktischen Wert hat. 
immer wieder entgegenhielt, Architektur und Musik ahmten nicht nach, statt hierin 
den wesentlichen Unterschied zu suchen, wäre kaum glaublich, wenn man sich nicht 
daran erinnerte, dass gewisse Schönheitsgesetze beiden Gattungen gemeinsam sind 
und dass auch in Architektur und Musik die Nachahmung eine gewisse, freilich 
völlig veränderte Rolle spielt, worüber wir an geeigneter Stelle zu reden haben 
werden.
        

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