Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
System der Künste
Person:
Alt, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1374552
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1375911
I. DIE SCHEINBAREN VERBINDUNGEN NICHT 
NACHAHMENDER UND NACHAHMENDER KÜNSTE. 
F" (1 N der Hand unsrer vorläufigen Tabelle des Systems der 
Künste wäre zuerst die Frage aufzuwerfen, 0b sich 
ÜETQ die nicht nachahmenden Künste unter sich ver- 
 einigen lassen. Sogleich leuchtet jedoch ein, dass diese 
Frage gar keinen Sinn hat; denn dass die Redekunst mit der 
Architektur nicht zusammentreten kann, ist selbstverständlich. Aber 
auch die Verbindung von nicht nachahmenden Künsten mit 
nachahmen den ist im Sinn eines gleichwertigen Auftretens 
beider undenkbar. An den Gegenständen der Architektur und des 
Kunsthandwerkes können Bilder immer nur vorkommen in sub0rdi- 
nierter Stellung. Die Möglichkeit einer Verbindung letzterer Art wird 
eröffnet in dem weiten Gebiet der Verzierung, d. h. einer formellen 
äusseriichen Zuthat, für welche auch Bilder verwendet werden dürfen. 
Diese Bilder können naturgemäss bei den Werken der bildenden kos- 
mischen Kunst nur aus den bildenden nachahmenden Künsten ge- 
nommen werden. Dabei tritt das Bild entweder in eigentliche Sub- 
ordination unter die Architektur. Dies ist der Fall, wenn das Bild 
nichts ist, als ein Ornament oder der Teil eines solchen, wobei also 
das ornamentale Moment Hauptsache bleibt, sodass die Realität des 
Bildes von dem architektonischen Stilprinzip in mehr oder weniger 
starkem Masse durchbrochen oder vernichtet wird, z. B. nichtumrahmte 
Gemälde, welche die Flächen bedecken, vom Freskobild bis zu den 
naturalistischen Elementen der Tapete herab. Oder es wirkt ver- 
zierend blos die allgemeine Erscheinung des Bildes, das Bild als farbig 
erfüllter Flächenraum. Hier bleibt das Bild selbständiges Kunstwerk 
und kann daher nur für Sich und losgelöst von der Architektur be- 
trachtet werden. Letzterer Art sind aufgehängte Tafelbilder, aber 
auch Freskogemälde. Die Erörterung der Frage, inwieweit oder wann 
ein symbolischer Zusammenhang zwischen der Zweckbestimmung des
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.