Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Humanismus in der Kunst
Person:
Kaiser, Victor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1373647
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1374465
dem Thron des Hades und des Zeus, und in beiden ist die (irundlinie in der 
Mitte von dem hinaufragendexi Thüreilgiebel so durchschnitten, daß dadurch 
in der Anordnung der Figuren eine von beiden Seiten aufsteigende Hauptlinie 
bedingt wird. Hingegen fehlt ein solcher äußerer Mittelpunkt in dem mittlern 
Gemälde, das sich in zwei Hauptgruppen teilt, links in die Gruppe des Arion 
mit den Nereiden und 'I'ritonen, rechts in die Gruppe der Thetis mit der Nymphe 
und des Poseidon mit der Amphitrite. Auch die große überall durchscheinende 
Horizontalliilio der Meeresfläche gibt diesem Gemälde das äußere Gepräge des 
Ueberganges und der Vermittlung zwischen jenen beiden Extremen. 3. Gemäß 
der architektonischen Anlage des Raumes ist die natürliche Stellung des Be- 
schauers derjenigen gleich, welche für die ähnlich eingeteilten Loggien der 
alten Pinakothek in der von Cornelius und Zimmermann herausgegebenen Be- 
Schreibung der Freskobilder (München 1840, X) gefordert wird: „DerBeschauer 
soll jederzeit die Bogenstellung des Fensters im Rücken behalten." Verbindet 
man hiermit den unbestrittenen Grundsatz des Fortschritts von der Linken 
zur Rechten, so erscheint wiederum der Hades als das Anfangsglied; sonst 
müßte sich der Fortschritt vom Olymp zum Hades in die entgegengesetzte 
Bewegung von der Rechten zur Linken verkehren. 
45 S. 41. Sisyphos heißt bei Homer, Il. VI, 153: xäpötcstog ävöpwv, „der 
gewinnsüchtigste der Männer", die sonst als Leute gewöhnlichen Schlags „die 
betriebsamen Männer", ävöpeg älcpnoroti, genannt werden. Die ewigen Strafen, 
die zugleich mit der Bestrafung des Sisyphos in der Nekyia, Od. XI, 576-600, 
geschildert sind und über die unersattliche Begehrlichkeit des Tityos und 
Tantalos in Bezug auf den Geschlechts- und Nahrungstrieb verhängt wurden, 
hat Cornelius absichtlich weggelassen, weil in der dritten Bilderreihe nur die 
Intelligenz auf ägoxhv, und zwar hier in ihrer Kehrseite als ein der Weihe 
des Schönen und Guten entbehrendes Gewinnstreben (Utilismus) darzustellen 
war, das sinnliche Empfinden und Begehren aber schon in der zweiten Bilder- 
reihe zur Darstellung kam  und zwar auch in seiner Kehrseite als die Un- 
Vernunft eines maßlosen Genußstrebens (Hedonismtis). 
46 S. 41. Homer. Od. II, 134. XI, 278. 
47 S. 43. Aeschylos, Prometh. 90. Lucret. de rerum nat. V, 1003: ridentibus 
undis. 
48 S. 43. Pausanias IX, 34, 3. 1,19, 6, Platon, Phadr. p. 278b, nennt eine 
Quellgrotte vuncpäav väuot xoti nouoeiov. 
4" S. 43. Herodot I, 23 ff. 
"o S. 44. Bergk, Poetae lyr. gr. 1843, 566. 
5' S. 44. Aristot. Probl. 30, 1. Cicero, Quaest. Tusc. 1, 33. Schopenhauer, 
die Welt als Wille und Vorst, 1844, II, 383. 
i" S. 45. Aeschylos, Agam. 149 155. 
53 S. 45. Pindar, Olymp. II, 88. 
5' S. 46. Cornelius und Zimmermann, Beschreibung der Freskomalereien 
in den Loggien der Pinakothek, 1840, Loggia 1 u. 25. 
55 S. 48. Herodot II, 44.
        

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