Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Drei Programme
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1369062
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1370004
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bedacht, dass erst im Schaffen der Meister gebildet 
wird. Ein Staat, der nur Schulen dotiert, arbeitet 
für fremde Interessen. Amerika ist heute in der 
Lage, England unter der Leitung von Zeichnern, 
die auf englischen Schulen ausgebildet werden, Kon- 
kurrenz machen zu können. 
Bei der Teilnahme, die unsre Bevölkerung allen 
öffentlichen Dingen entgegen trägt, lässt sich sodann 
die Ausstattung des Rathauses als Hebel für die 
Erziehung des Publikums zum Verständnis künstle- 
rischer und gewerblicher Dinge einsetzen, und es 
wäre damit in Hamburg ein Vorsprung gewonnen, 
den andre deutsche Staaten so leicht nicht einholen 
können. Denn daran vor Allem krankt bekanntlich 
in Deutschland die Industrie, dass nur der Producent 
erzogen ist und der Konsument im Bewusstsein, von 
der Sache nichts zu verstehen, Alles über sich er- 
gehen lässt. Es ist ein ungesundes Verhältnis, dass 
tausend Producenten den Kopf voll Ideen haben, 
während der Konsument durchaus ohne eigene 
Wünsche zusieht und infolgedessen auch nur selten 
den guten Willen hat, für eine gediegene Arbeit 
die entsprechende Aufwendung zu machen. Wir 
können täglich beobachten, wie der Wohlhabende 
ohne sich zu besinnen die Ausstattung seines Hauses 
einem Dekorateur überträgt, der die abenteuerlichsten 
Bedürfnisse für ihn erfindet, um nach einigen Jahren, 
wenn dem Auftraggeber seine Einrichtung, an der 
er keinerlei persönlichen Anteil hat, langweilig ge- 
worden, eine neue womöglich die erste noch über-
        

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