Volltext: Vom Arbeitsfeld des Dilettantismus ([Bd. 13])

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fiir die sogenannten Liebigbilder, die aus einer 
Spielerei der Kinder eine Beschäftigung der Er- 
wachsenen geworden ist. Man kennt die vom 
künstlerischen Standpunkt meist schauderhaften 
Buntdrucke, die den Käufern von Liebigs Fleisch- 
extrakt seit einigen Iahrzehnten als Prämie 
verabfolgt werden. Die bunten Bilderchen wer- 
den jetzt mit grossen Preisen bezahlt. Es giebt 
einen wohlorganisierten Handel in diesem Artikel, 
seltene Blätter erreichen die Preise von Original- 
radierungen, in Berlin giebt es zwei Vereine der 
Sammler von Liebigbildern und es erscheinen 
illustrierte Fachblätter! Das Geld, das in diesen 
Spielereien angelegt Wird, würde genügen, eine 
Blüte der Originalradierung an allen Orten zu 
zeitigen. S0 befremdend es klingt, dass einzelne 
Sammler tausende fiir diese Puschel ausgeben, 
so erfreulich ist das Zeichen an sich: die Freude 
am Sammeln ist Wieder da. 
Soll nun an einem Ort wie Hamburg zum 
Sammeln von Kunstblättern angeregt Werden, 
so müssen die ersten Blätter ein sachliches 
Interesse haben. Bildnisse hamburgischer Per- 
sönlichkeiten, Motive aus dem heimischen Leben 
und der hamburger Landschaft, mit einem Wort 
künstlerische Hamburgensien ergeben sich damit 
als Inhalt von selber. Auch hier wird an vor- 
handene Neigungen angeknüpft. Es giebt seit 
alter Zeit sehr viele leidenschaftliche Hambur- 
gensiensammler. 
Doch darf keinerlei Zwang ausgeübt werden-
	        
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