Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorschule der Aesthetik
Person:
Fechner, Gustav Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1362295
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1365271
ÄIUU 
XLIII. Prineip der ökonomischen Verwendung der 
Mittel oder des kleinsten Kraftmasses. Fluge nach 
dem allgemeinsten Grunde der Lust und Unlust. Prin- 
cip von Zöllner. Prineip der Tendenz zur Stabilität. 
Herbartsehes Prineip. 
Wenn ich das, als Princip der ökonomischen Verwendung der 
Mittel bezeichnete, Princip zuletzt stelle, so ist es nicht, weil ich es 
für das unwichtigste hielte, sondern weil ich erst zuletzt und zwar 
von andrer Hand darauf als auf eins der wichtigsten aufmerksam 
gemacht worden bin; und da es jedenfalls den bisher besprochenen 
Principen nicht zwanglos untergeordnet werden kann, so füge ich 
es denselben noch mit den eignen Worten hinzu, die mir (larüber 
von Prof. Vierordt in Tübingen im Laufe einer, wesentlich auf andre 
Dinge bezüglichen, Correspondenz unter gelegentlicher Bezugnahme 
auf den ersten Theil dieser Vorschule zugekommen sind, und die 
ich gern unterschreibe, indem ich zugleich Anlass davon nehme, 
einiges Allgemeinere anzuknüpfen.  
))Unl.6l' den, einleitend aufgestellten und sehr triftig motivirten 
Principen möchte ich noch das nder ökonomischen Verwendung 
der Mitteln oder wie man das sonst ausdrücken wollte, aufgenommen 
wissen, und das um so mehr, als dasselbe gerade auch vom Stand- 
puncte der Naturforschung und einer objectiven realen Analyse 
der Kunstobjecte vollkommen gerechtfertigt ist. In ihrer Schrift 
über die Gehwerkzeuge haben die Gebr. ilVeber an mehreren 
Stellen f") und mit schlagenden Beispielen nachgewiesen, dass das 
ästhetisch Schöne im Ganzen auch das physiologisch Richtige ist; 
dass beide sich decken, dass immer das den Eindruck des Schönen 
(Leichten, Ungezwungeneu, Freien) macht, was mit dem Aufwand 
der möglichst geringen Muskelkraft erreicht wirdm 
iiDemnach würde jedes Werk der bildenden Kunst, jedes 
Gedicht u. s. w. immer nur diejenigen Mittel verwenden dürfen, 
Welche zur Erreichung des Zweckes erforderlich sind. Werden 
weitere, nicht absolut nöthige, wenn auch an sich noch so 
i") Namentlich spricht sich das Vorwort 
Passus entschieden in diesem Sinne aus. F. 
Vll 
in 
einem 
besonderen
        

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