Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorschule der Aesthetik
Person:
Fechner, Gustav Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1362295
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1365209
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druck der Musik gesagt ist, 
Betrachtungen unter. 
den vorigen, 
nur etwas allgemeineren, 
XLI. 
-Lust 
der seeundären Vorstellungsä 
 und Unlust. 
Principe 
Man kann Vorstellungs-Lust und Unlust in doppeltem Sinne 
verstehen. Es kann nach früher besprochenen Principen aus ge- 
wissen Verhältnissen der Vorstellungen, als denen der Einstimmig- 
keit und Wahrheit, Einheit und Mannichfaltigkeit u. s. w. Lust, 
aus gegentheiligen Verhältnissen derselben Unlust primär hervor- 
gehen, wobei Lust und Unlust nicht schon als fertig vorausgesetzt 
ist, sondern so zu sagen erst dadurch fertig wird. 
Es kann aber auch aus Vorstellungen eigner oder fremder, 
vergangener oder künftiger Lust und Unlust secundäre Lust und 
Unlust erwachsen, wie sich in Hoffnung und Furcht, Mitleid und 
Mitfreude, Liebe und Hass, beweist; und von diesem Quell der 
Lust und Unlust soll folgends gehandelt werden, nachdem von 
der mehr verborgenen Rolle, welche dieser Quell der Lust und 
Unlust in der ästhetischen Association spielt, schon früher (Abschn. 
IX.) gehandelt ist. Hier aber haben wir nicht dunkle, verschmol- 
zene, sondern klare, Vorstellungen von Lust und Unlust im Auge. 
Mag man nun auch bestreiten, dass Lust und Unlust über- 
haupt abstract vorstellbar seien, was wir in gewisser Bezie- 
hung selbst bestreiten möchten, ohne den reinen Begriff von 
Lust und Unlust desshalb fallen zu lassen, so hängt daran in unsern 
folgenden Betrachtungen nichts. Sei Lust und Unlust nur ein- 
schliesslich oder als Mitbestimmung von etwas, woran sie sich 
knüpft, solidarisch damit, vorstellbar, so kommt es folgends nur auf 
das an, was von dieser Mitbestimmung der Vorstellung abhängt, 
und so hindert nichts, wäre es nur der Kürze halber von Vorstel- 
lung der Lust und Unlust statt Vorstellung eines lustvollen oder 
unlustvollen Zustandes oder Erfolges zu sprechen.  
Von vorn herein nun möchte man leicht geneigt sein, zu 
meinen, dass die Vorstellung eines lustvollen Zustandes oder Er-
        

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