Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorschule der Aesthetik
Person:
Fechner, Gustav Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1362295
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1364769
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stamm und Kapitell, wenn schon aus demselben Stoffe gearbeitet, 
nicht mit derselben Farbe zu bekleiden haben. Magnus will, der 
Baumeister soll so viel als möglich das Baumaterial selbst von so 
verschicdenfarbigem Stoffe Wählen, dass daraus eine wohlgefällige 
Mannichfaltigkeit der Erscheinung am Bauwerke hervorgehef). 
Eine Zumuthung, die unstreitig praktisch nicht weit durchführbar 
und jedenfalls nicht so durchführbar ist, dass die architektonische 
Gliederung hinreichend zum Ausdruck kommt, da die Verschieden- 
heit des Materials sich damit gar nicht parallel halten lässt. Eine 
Charakteristik aus jenem Gesichtspunete aber erscheint nicht nur 
an sieh mindestens eben so wichtig als aus (liesem, sondern ge- 
winnt auch dadurch den entschiedenen Vortheil, dass den Be- 
dingungen directer Wohlgefalligkeit damit besser genügt werden 
kann. Also wird man nur sagen können, dass, insoweit sich der 
Vortheil der Charakteristik durch die natürliche Erscheinung des 
Materials mit dem Vortheile der Erscheinung der Gliederung des 
Bauwerkes und clirecten Wohlgefäilligkeitsrücksichten verträgt, jener 
Charakteristik Folge zu geben sein möchte. 
XXXV. 
Farbenlehre. 
ästhetischen 
Zllf 
Beitrag 
In Th. I. S. 400 H". isL bei Gelegenheit des ästhetischen Asso- 
ciationsprincipes der äISSOUiEIIÄVB Eindruck der Irarhexn besprochen 
worden. Fügen wir hier noch eine Ergänzung in Betreß" des (lirec- 
Len Eindruckes der Farben , und des direclen so wie associativon 
von Weiss und Schwarz hinzu. 
V 
0m 
rccten 
der 
.ndruCkc 
Farben. 
Unstreitig machen die Farben abgesehen von aller associirten 
Bedvutung schon durch eine angeborene Beziehung zu unserer 
ü) Somlerhar, die natürliche Färbung der menschlichen Geslalt in der 
bildenden Kunst soll barbarisch, hiegcgen die natürliche Erscheinung des 
Bnumalerials in der Baukunst gefodert sein, während die bildende Kunst. von 
vorn herein darauf ausgeht, die Natur nachzuahmen, die Baukunst, solche 
nach Zwecken umzuändern. Hierin scheinl. mir etwas von verkehrteMVelt zu 
iegvn.
        

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