Volltext: Vorschule der Aesthetik (Theil 1)

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wie Helmholtz Gleichheit und Verschiedenheit der Töne betrefls 
ihrer Obertöne in Rücksicht zieht. Nur kann unser Princip keinen 
Anspruch machen, mehr als einen sehr allgemeinen Gesichtspunct 
musikalischer Wohlgefälligkeit zu bieten; Rechnungen lassen sich 
auf seinen Ausspruch überhaupt nicht gründen. 
Mit den bisherigen Beispielen haben wir uns im Felde rein 
anschaulicher Verhältnisse gehalten, indem wir unter solchen 
Kürze halber Verhältnisse sinnlicher Eindrücke überhaupt ver- 
.stehen. Aber das Princip reicht weit und hoch darüber hinaus in 
das darüber aufsteigende Gesammtgebiet unsrer Vorstellungen, 
was wir zwar hier nicht ganz damit durchmessen, aber doch in 
einigen Puncten berühren wollen, nachdem es gelegentlich schon 
früher in Erwähnung von Mitbestimmungen, die daraus tliessen, 
geschehen ist. 
So in Geltendmachung des Gesichtspunctes der Zweckmässig- 
keit. In der That einer der Gesichtspuncte, wesshalb uns das 
Zweckmässige gefällt, obwohl nicht der einzige, ist der, dass 
wir alle Theile des zweckmässigen Ganzen durch den Bezug zur 
Zweckidee einheitlich verknüpft finden. Für die Zweckidee aber 
können auch andre Ideen eintreten. Und so verlangen wir 
schliesslich überhaupt von jedem Kunstwerke, dass alle Theile 
desselben durch eine einheitliche Idee oder Erweckung einer ein- 
heitlichen Stimmung verknüpft sind. Es ist gewissermassen die 
oberste Federung, die wir an ein Kunstwerk zu stellen haben, 
wodurch Foderungen an den unter der Idee begriifenen Inhalt 
nicht ausgeschlossen werden; die Foderung der Einheit aber muss 
bei dem verschiedensten Inhalt erfüllt sein ,1 soll nicht das Kunst- 
werk an einem wesentlichen Mangel leiden. 
Was nun verstehen wir unter einheitlicher Idee hiebei"? Eine 
noch verhältnissmässig einfache, weil abstracte, Vorstellungsver- 
knüpfung, in welcher nicht nur alle Theilvorstellungen durch eine 
gemeinsame Beziehung verknüpft sind, sondern die auch zwischen 
allen Momenten der Ausführung ins Concrete eine Verknüpfung 
Vdadurch herstellt, dass alle unmittelbar oder durch Vermittelungen 
mit ihr als etwas Gemeinsamen zusammenhängen. 
Nicht minder aber als in eigentlichen Kunstwerken spielt 
unser Princip seine Rolle in so manchen kleinen Kunstspielen, als 
wie sinnreichen und witzigen Vergleichen, WVortspielen und andern 
Kleinigkeiten von untergeordnetem ästhetischen Interesse, Wobei 
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