Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorschule der Aesthetik
Person:
Fechner, Gustav Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1359184
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1360106
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treffen von Bedingungen bezogen worden , die für sich ästhetisch 
wen ig leisten. Sollten Lustbedingungen zusammentreffen, die schon für 
sich viel leisten, so würde zwar noch eine Steigerung über die Leistung jeder 
einzelnen, aber nicht nur keine grössere, sondern eine geringere als nach der 
Summe der einzelnen , zu erwarten sein , falls anders die psychophysischen 
Gesetze, denen sich das Hiilfsprincip unterordnen lässt, hier noch Anwen- 
dung finden. Denn hienaeh nimmt zwar beim ersten Uebersteigen der 
Schwelle die Empfindung in viel rasehereui Verhältnisse als der sie aus- 
lösende Reiz zu, aber von einem gewissen bPuncte des Ansteigens (dem Car- 
dinalpuncte) an in schwäeherem Verhältnisse, was in Kürze das Wachs- 
thu rnsgesetz der Empündung heissen mag, und so isl; vorauszusetzen, 
dass, wenn durch Zusammentreffen starker Lustbedingungen die Lust höher 
steigt, diess auch in geringerem Verhältnisse als nach der Summe der Be- 
dingungen sein werde. Doch ist zu gestehen, dass eben so entscheidende 
directe Bewährungen dafür, als für das Gesetz der Schwelle und Hülfe, nicht 
vorliegen. 
P1111011) 
der einheitlichen Verknüpfung 
Nlanniehfaltigen. 
des 
des Principes. 
Aufstellurig 
Es ist ein wichtiges Princip, um das es sich hier handeln 
wird, seinem Ausspruche nach zwar einfach genug, doch der Be- 
trachtung mancherlei Seiten und Gesichtspuncte, der Verwendung 
manche Schwierigkeiten bietend. 
Nach angeborener Einrichtung bedarf der Mensch, um sich 
bei activer oder receptiver Beschäftigung mit einem Gegenstand 
Wohl zu fühlen, eines gewissen Wechsels der Thätigkeitsmomente 
oder Eindrücke, wozu der Gegenstand die Gelegenheit in einer 
Mannichfaltigkeit von Angriffspuncten bieten muss. Fehlt es an 
der erforderlichen Gelegenheit in dieser Hinsicht, so macht der 
Gegenstand den missfälligen Eindruck der Monotonie, Einför- 
migkeit, Langweiligkeit, Leere, Kahlheit, Armuth, 
und treibt dadurch zum Uebergange zu andern Gegenständen. 
Nach eben so angeborener Einrichtung aber verlangt der Mensch, 
um sich wohl zu fühlen, dass für die ganze Dauer der Beschäf- 
tigung mit einem Gegenstande alle sich in der Zeit und dem 
Raume folgenden Momente der Beschäftigung durch Puncte der
        

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