Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die materielle Dauerhaftigkeit der Oelmalereien
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1354088
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1355223
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Doch gibt es auch manche Farben  und diese bilden 
vielleicht die Mehrzahl auf unserer Palette  die nur geringe 
und erträgliche Veränderungen während des Austrocknens er- 
leiden und übrigens nicht wohl entbehrlich sind. Bei diesen 
Wird man also die schädlichen NVirkungen der Oelzersetzung 
auf das möglichst geringe Maas zu reduciren suchen, indem 
man auf die in Capitel I, S II unter b I und 2, sowie d, an- 
gegebenen Weisen den Oelgehalt möglichst vermindert und den 
Austrocknungsprocess beschleunigt. 
Unter den Malölen ist das Leinöl das wenigst fette und 
trocknet am schnellsten zu vollkommener Härte aus. Es wird 
also weniger, als die übrigen Malöle, zu den hier in Rede stehen- 
den Veränderungen beitragen, während es andrerseits bei Licht- 
entziehung stärker nachgelbt, als jene. 
In 
den 
Täufer: 
und ranzzg 
gewordene 
Oelfarbezz. 
Altgs ranziges Oel wird natürlich die allerschlimmsten der 
obigen bösen Folgen mit sich führen. Man lasse daher die 
Farben in den Tuben nicht allzu alt werden und hüte sich 
davor, solchen Fabrikanten ihre 'vVaare abzunehmen, von denen 
man WCISS, dass sie sich der Gerinnselzusätze bedienen, um 
die Waare Jahre lang auf Lager verkäuflich halten zu können. 
Selbstverständlich gehen auch die hier in Rede stehenden 
Veränderungen ebensowohl in der Tiefe, wie auf der Oberfläche 
der Farbenschichten vor sich. Daher gilt auch hier die War- 
nung, man solle Farben, die sich unter diesen Einflüssen auf- 
fällig verändern, nicht in Unterrnalungen und Unterlagen ver- 
wenden. Auch wenn die Veränderung bloss in sehr "merkbarer 
Nachdunkelung des Tones, ohne eigentliche Schädigung der 
Farbenart besteht (wie Z. B. bei ungebrannter Umbra, Ocre 
de rue, bei ungebranntem grünlichem italienischem Dunkelocker, 
ungebrannter Terra di Siena und andren der Fall, die man 
desshalb noch nicht gänzlich von der Palette verbannt), so 
müssen doch solche Pigmente, als Unterlagen, durch ihre Ver- 
änderung nicht nur die darüber gemalten halbdeckfarbigen 
Schichten, sondern noch weit mehr die vollkommen trans-
        

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