Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die materielle Dauerhaftigkeit der Oelmalereien
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1354088
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1355188
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lNenn man das Oel, statt es mit Schnee zu mischen, mit 
reinem, destillirtem oder Regen-Wasser oftmals heftig durch- 
einanderschüttelt, so dass die hygroskopischen Theile gleichfalls 
Gelegenheit bekommen, sich mit Wasser zu füllen und im Oel 
niederzusinken, so wird man das gleiche Resultat wie bei der 
Mischung mit Schnee erhalten. An dem gewonnenen purgirten 
Oel wiederholt manldie nehrnliche Procedur der Waschung 
mittelst frischen Schnees oder Regenwassers, bis endlich zwischen 
Oel und Wasser keine trübe Ablagerung mehr bemerklich wird. 
Bei dieser Methode der Oelreinigung mittelst Schneewasser 
zeigt das Mohnöl ein etwas anderes Verhalten, als Lein- und 
Nussöl. Bei diesen beiden grenzt sich nehmlich der zwischen 
Wasser und Oel schwimmende Schlamm nach einigem Stehen 
immer fester und bestimmter gegen das darüber befindliche Oel 
ab. Bei dem Mohnöl hingegen ist dies nicht so deutlich der Fall 
und sobald, als die niedere Temperatur, in der sich das Eis- 
wasser zu Anfang befindet, einer etwas höheren weicht, sieht 
man die obere Partie des auf dem Wasser schwimmenden 
Schlammes sich hie und da in Gestalt von Flocken oder kegel- 
artigen Ausströmungen wieder in die Oelschicht hinein bis zu 
einer gewissen Höhe erheben, so dass nun keine recht deutliche 
Abgrenzung mehr stattfindet. 
 Eine andre sehr alte Art der Oelreinigung besteht darin, 
das Oel einige Stunden lang gelinde sieden zu lassen, wobei 
man den Schaum abschöpft. Zuletzt wirft man einige Schnitte 
von Zwiebeln oder Knoblauch hinein, lässt es, fest zugedeckt, 
einige Tage lang stehen und giesst es dann vorsichtig von 
dem zu Boden gesunkenen Schlamm ab. 
Ein gleichfalls auf Sieden und Abschäumen lautendes altes 
Recept besagt, man solle in das siedende Oel zuletzt einige 
Prisen ungebrannten Alauns streuen und den alsbald aufzischenden 
gelben Schaum abnehmen. Dieses Aufstreuen und Abschöpfen 
wird mehrmals wiederholt. 
Noch ein weiteres Recept fügt hinzu, dass man das siedende 
Oel durch eine im Filter angebrachte Lage gepulverten gebrannten 
Alauns abflltere, wobei dann gleichfalls Aufzischen und Schaum- 
bildung entsteht. 
        

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