Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die materielle Dauerhaftigkeit der Oelmalereien
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1354088
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1356406
188 
Ist der feine Gyps dergestalt mit Leim angemacht, so setzt 
man ihn sammt dem Schüsselchen, in dem er sich befindet, 
in eine grössere Schüssel mit warmem Wasser (Marienbad), 
damit die Mischung warm und verstreichbar bleibt; aber sie darf 
nicht in's Kochen kommen, sonst ist sie verdorben. Dann trägt 
man mit weichem, massig gefülltem Borstpinsel eine Lage davon 
auf die Tafel über die getrocknete erste Grundirung aus grobem 
Gyps hin und drückt, schlägt und streicht diese neue, feine 
Lage leise mit der flachen Hand, damit sie sich recht gut mit 
dem unteren, groben Gypsgrund verbindeä Alsbald gibt man  
bloss mit dem Pinsel  wieder eine neue Lage; wenn dieselbe 
ein wenig angezogen hat, aber noch nicht trocken ist, nochmals 
eine solche, und so nach einander mindestens acht Lagen. Man 
verfährt dabei so, dass der Pinselstrich bei jeder neuen Lage 
mit dem Aufstrich der vorhergehenden über Kreuz ( 4-) zu liegen 
kommt.  Wieder heisst es, man könne gar nicht genug Gyps 
auftragen, des nachfolgenden Glattschabens halber. 
Cap. 1x8 und 119-. Kleine Tafeln braucht man bloss mit 
dem feinen Gyps zu präpariren, nachdem man sie zwei bis 
drei Mal stark geleimt hat. Man hat aber alsdann den feinen 
Gyps nicht mit wenig, sondern mit viel starkem Leim anzu- 
reiben, wie sonst den groben, damit er gut gebunden sei. 
In Cap. 117 heisst es, man solle vorsichtiger NVeise die 
ganze Quantität des Leims, die man zum Gypsen einer Tafel 
nöthig habe, auf ein Mal kochen, denn dieser Leim müsse, 
damit er nachher nicht reisse, für alle Lagen von gleicher 
Stärke sein. 
In Capitel 120 heisst es ferner, jede der beiden Grundirungen, 
die erste grobe, wie die zweite feine, müsse in einem Zuge, 
je am gleichen Tage fertig werden. 
Endlich lässt man auch die zweite Grundirung aus feinem 
Gyps mindestens zwei Tage lang bei trockenem Wetter, im 
Schatten, trocknen. 
I Daher "Imprimitur z Festgedriicktes". Bei den Späteren, die der 
Tafel nur noch einen dünnen Gypsanstrich mit dem Pinsel geben, 
wird nicht diese Gypslage, sondern die darüber gelegte Oelfarbengr un- 
dirung in obiger XVeise zur "Ilnprimitur".  Siehe Seite 206, 207, Vasari.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.