Volltext: Die materielle Dauerhaftigkeit der Oelmalereien (Theil 2)

161 
Krapplack; nach der Güte des letzteren richtet sich seine Be- 
ständigkeit. Es ist eine schöne Lasurfarbe und mit Oel -l- Firniss- 
zusatz zu verreiben. 
x Sinopia, ist der Name eines herrlichen, den Zinnober an 
Frische, Leuchtkraft und Haltbarkeit übertreffenden Rothes, 
dessen sich noch die Maler des I 5. Jahrhunderts bedienten. 
Man sieht es z. B. auf Bildern des F iesole. Es soll eine armenische 
rothe Erde sein, bekam von der Stadt Sinope, wo es in den 
europäischen Handel gebracht wurde, den Namen. Nach der 
türkischen Invasion dieser Gegenden ward es im Handel selten 
und kam in Europa ausser Gebrauch. Es würde sich verlohnen, 
die Farbe jetzt wieder aufzusuchen.  Auch das herrliche Pfirsich- 
roth, Cinabrese benannt, das man auf alten Fresken sieht, ward 
aus Sinopia und TVeisr gemischt. 
f Der rothe armenirrlze Bolus ist eine eisenoxydhaltige Thon- 
erde. Es gibt hellere und dunklere Nuancen, die, mit Oel ver- 
rieben, theils allein, theils mit anderen Pigmenten vermischt, den 
italienischen Meistern des Clairobscur, dann auch Poussin und 
Claude le Lorrain, endlich vielen Niederländern und den Spaniern 
des 17. Jahrhunderts als Farbe der Malgründe, aber auch sonst 
als Schattenfarbe dienten.  
Als Farbe haltbar, aber nicht sehr schön, ist der Bolus 
berüchtigt wegen seines sogenannten "Durchwachsens", das man 
neuerdings mit viel Wahrscheinlichkeit dahin erklärt, dass die 
Bolusthonerde das ihr zugeriebene Oel zerstöre und dann Luft- 
wasser an sich ziehe, wodurch die auf ihr lagernden ander- 
weitigen Oelfarbenschichten zum Abblättern kommen. (Diese Er- 
klärung rührt vom Herrn Inspector Schönbrunner in Wien her.) 
Ueber noch andere Umstände, die zu dem sog. "Durchwachsen" 
beitragen, siehe Capitel II S 18, Capitel V, 2 Farbige Malgründe. 
 Der rothe Bolus kam gegen Ende des vorigen Jahrhunderts 
mit Recht ausser Gebrauch. Vor seiner heute hie und da 
versuchten Wiedereinführung ist zu warnen; dessgleichen vor 
dem weissenBolus (Majolicaerde, Pfeifenthon), der die nehmliche 
üble Wirkung auf das Oel ausübt.  
2,3 Hellere, gelblich misclzende Nüemcen sind: 
der natürliche oder Bergzirmober und die künstlich erzeugten 
Ludwig, Technik. II. 11
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.