Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die materielle Dauerhaftigkeit der Oelmalereien
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1354088
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1355829
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aus solidem Glasguss. Im einen, wie im andern Falle seien die 
unteren Ränder und Ecken nicht scharf, sondern ein wenig 
abgekantet, weil sonst das Instrument nicht gut über die Farbe 
hinläuft, sondern die Farbe mit seinen scharfen Kanten vor 
sich her treibt. 
Ausserdem habe man einen guten, grossen Holz- oder 
Hornspachtel. 
Der Arbeitsraum sei trocken, möglichst staubfrei, vor Luft- 
zug bewahrt, kühl von Temperatur. 
a) Wir werden jetzt zuerst vom Verreiben der Farben mit 
bloss öligem, oder auch bloss öl- und petrolhaltigem Binde- 
mittel reden, wobei keine merkliche Verdunstung und kein 
Anziehen des Bindemittels stattnndet, daher es das leichteste 
Farbenreiben ist. 
Man nimmt die zu verreibende Farbe auf die zuvor sorg- 
fältig gesäuberte Reibeplatte und zerdrückt und zerreibt sie, 
trocken, mit dem Läufer zu feinem Pulver. 
Bemerkung. Die Farben vor dem Hinzureiben der öligen 
Bindemittel mit Wasser fein zu Verreiben, ist durchaus ver- 
werflich, ausgenommen, man liesse sie danach wieder voll- 
kommen trocken werden. Dagegen ist es gut, die F arbenpulver 
vor dem Verreiben zu erwärmen, damit alles Wasser, das sie 
etwa trotz trockener Aufbewahrung aus der Luft aufgesogen 
haben möchten, durch die Wärme gründlich aus ihnen entfernt 
werde. Bei gewissen Pigmenten, die sehr zur Aufnahme von 
Feuchtigkeit geneigt sind, z. B. bei grüner Erde und Umbra, 
ist diese dem Verreiben mit Oel vorausgehende kräftige Er- 
wärmung besonders anzurathen und sollte nie versäumt werden. 
Nachdem man das Pigment mit dem Läufer fein gepulvert 
hat, giesst man ihm das für es bestimmte Bindemittel aus dem 
bereit gehaltenen Fläschchen zu, aber vorsichtig und allmählig, 
damit es nicht zuviel davon bekommt. Man mischt, um dieses 
zu beurtheilen, das Bindemittel während des Zugiessens mittelst 
des Spachtels mit dem F arbenpulver. Einen Theil des Farben- 
pulvers lässt man trocken, als Reserve für den Fall, dass sich 
unter dem Verreiben des anderen Theils herausstellte, man habe 
demselben zuviel Bindemittel zugemischt, was man alsdann
        

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