Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die optischen Besonderheiten der Oelmalerei
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1352017
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1352691
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scheiden und uns so mit grosser Lebhaftigkeit an die Eindrücke 
der überlegenen NVirklichkeit erinnern sehen. 
5. Farben dank Abrorplion der Licätsorten.  Dies sind 
die Farben, die Weitaus die grösste Rolle in der von der Malerei 
darzustellenden Körperwelt spielen, indem sie neben dem Weiss 
und Grau die eigentlichen am Ort beharrenden Localfarben der 
Gegenstände bilden; ja, auch die farbigen Beleuchtungen der 
Luftgebilde und die Farben trüber Medien sind nicht nur Wir- 
kungen der durch Brechung des Lichtstrahls verursachten Aus- 
einanderlegung der Lichtfarben und der gegenseitigen Störung 
der verschiedenen Lichtwellen allein, sondern  wenigstens 
theilweise  auch vorübergehende Absorptionswirkungen. Und 
da die Farben der Malerpigmente und aller daraus herstellbaren 
Mischtöne gleichfalls zu den Farben durch Absorption gehören 
und wir mittelst ihrer sämmtliche Erscheinungen des Lichts, so 
gut es gehen will, nachahmen müssen, so werden wir uns 
länger bei ihnen aufzuhalten haben und sie gesondert be- 
trachten.  
S 9. Farben rlurclz Absorpliozz I. 
Bei Reflexion in farblosen prismatischen Körpern wird das 
Gemenge des weissen Lichtstrahls in seine Farben zerlegt, ohne 
dass eine von diesen erlischt. An farbenschillernden Körpern 
ist die Reflexion eine derartige, dass die verschiedenen aus- 
einandergelegten Lichtsorten sich in Intervallen wechselseitig 
stören und auslöschen, um dann eine nach der andern mit ihrer 
Farbe wieder aufzutauchen. Auch in den trüben Medien 
kommen je nach der Dicke und Erhellung der Schichten und 
nach deren Stellung zur Beleuchtung alle Farben des zerlegten 
Lichts nacheinander zum Vorschein. Weiss oder Neutralgrau 
rellektirende Körper endlich geben das Gesammtfarbengemenge 
des Lichtstrahls unzerlegt zurück. Bei allen diesen Rellexions- 
weisen wird also nur die absolute Menge des einfallenden Lichts 
vermindert, nicht aber die Anzahl der Wellensorten. 
Das Zustandekommen der sog. Farben durch Absorption 
dagegen haben wir uns nach der physikalischen Lehre so vor- 
der 
1 Brücke, Physiologie 
Farben. S
        

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