Volltext: Die optischen Besonderheiten der Oelmalerei (Theil 1)

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oder weil die Schicht selbst zu dünn ist, um viel Licht aufzu- 
fangen; mit zunehmender Erhellung der Schicht kommen auch 
die an Länge zunehmenden Lichtwellen an die Reihe und 
steigen durch dunkles zu lichterem Blau, bis zu Grünlichblau 
an. Wird dann das beleuchtende Licht noch stärker, oder fangt 
die Medienschicht bei zunehmender Dicke immer mehr Licht 
auf, so dass die dahinter befindliche Dunkelheit immer weniger 
hindurchscheinen kann, so werden die blauende-n Töne grauer 
und weisslicher, bis zuletzt undurchsichtiges Lichtgrau und hell 
retlektirtes Weiss zum Vorschein kommtl. 
Legt sich dagegen eine trübe Medienschicht vor ein da- 
hinter befindliches Licht, so kommen die langwelligen Licht- 
sorten zum Vorschein, und zwar erscheint bei stärkstem Hin- 
durchwirken des Lichts zuerst helles Gelb, dann bei entweder 
zunehmender Medienschicht, oder aber Gleichbleiben derselben 
und abnehmender Lichtstärke Orange, Roth, Dunkelroth und 
Purpur, bis nach Dunkelbraunroth die Farben der langwelligen 
Strahlen verschwinden und Dunkelgrau eintritt, auf das sich 
dann von vorn her wieder blauende Medienschichten legen, oder 
sonstige Beleuchtungen ihre Wirkung ausüben können. 
Lionardo da Vinci war der Erste, der mit Wasser- und 
Holzdämpfen, die er vor dunklen Gegenständen aufsteigen liess 
und mit weisser Farbe, die er in dünnen Lagen auf dunkle 
Untergründe strich, förmlich über das Wesen der Medienfarben 
experimentirte und, hiedurch geführt, die Entstehung der blauen 
Farbe im Schatten ferner Berge und am Himmel aus dem Zu- 
sammenwirken in der Luft zerstreuter weisslicher, das Licht 
auffangender Dunstpartikel und der durch Zdieses weisse Licht 
herscheinenden Dunkelheit der Bergschatten und des luft- und 
lichtleeren Weltraums erklärte. Nur, dass er nun in der blauen 
Farbe überhaupt eine Mischung aus Weiss und Finsterniss 
I Ist das beleuchtende Licht kein weisses, sondern, wie z. B. bei lNIorgen- 
und Abendsonne, gelb oder roth gefärbt, so werden die soeben erwähnten 
Farbentöne der Medicnschicht hievon beeinflusst und in's Grünliche und 
Röthliche gezogen, so dass die hellsten von ihnen bis ins Gelbgrünliche, 
Rosenrothe, blass-Orangefarbige und Gelbe ansteigen können.
	        
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