Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die optischen Besonderheiten der Oelmalerei
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1352017
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1353870
ISS 
Oder wir können auch anders verfahren, indem wir hier 
zarte Schichten blauender Medienfarben einführen, und zwar mit 
opaker Lichtfarbe. 
S 26. Die Äiclzffarlße und Öfazzerzrle trübe Medien. 
Die blauende Erscheinung tritt, wie wir wissen, in soge- 
nannten trüben Medien auf, wenn durch deren beleuchtete Schicht 
eine hinter derselben beündliche Dunkelheit herscheint. Je tiefer 
und schwärzer diese Dunkelheit, und je heller dagegen die 
Medienschicht beleuchtet ist, desto schöner wird das Blau. Da- 
mit der blauende Medienschein sich zeige, braucht aber die 
Dunkelheit nicht eine absolute, sondern nur eine relative zu sein. 
Die Schatten von der Sonne beschienener ferner Berge besitzen 
an sich Tageshelligkeit und lebhafte Farben und wir sehen sie 
dennoch schön blauen, weil dieser Helligkeitsgrad im Vergleich 
zu dem Licht des vor ihnen lagernden trüben Mediums, der 
sonnenbeschienenen Luft, eine bedeutende Dunkelheit ist. 
Aehnlich verhält es sich auch mit dem_ bläulichen Schein, 
den wir mit unserem Weiss und allen, weissliche Körperchen 
enthaltenden Pigmenten hervorbringen, wenn wir sie in diaphaner 
Schicht über dunklere Unterlagen ziehen Obwohl nicht ent- 
fernt mit dem wirklichen Luftblau zu vergleichen, ist doch das 
Medienblau aus reinstem Weisspigment über möglichst dunkler 
Unterlage aus Neutralschwarz der deutlichste und vollkommenste 
hierher gehörige Charakter unserer Palette. Aber dünne Weiss- 
schichten zeigen den bläulichen Schein auch auf Unterlagen, die 
nicht so dunkel, wie Schwarz, sind und jede andere beliebige 
Farbe haben. Nur bleibt eine solche Farbe dann um so kennt- 
licher, je weniger dunkel sie ist. Sie erscheint, wie mit bläu- 
lichem Duft überhaucht. Sehr schön kommt die Erscheinung 
hervor, wenn die Unterlage der Weissschicht eine intensive 
Lasurfarbe ist, und alsdann wird der blaue Schein am deutlich- 
sten auf Dunkelgelb oder Braun, oder mit andern Worten, auf 
der Contrastfarbe von Blau empfunden. 
Auch jedes andere Pigment, das in reichlichem Maasse 
weissliche Trübungen enthält, zeigt blauenden Medienschein in 
dünner Schicht über dunklerer, beliebig gefärbter Unterlage. Ist 
die Unterlage neutralfarbig, oder wird ihre Farbe durch die-
        

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