Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die optischen Besonderheiten der Oelmalerei
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1352017
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1353562
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vielleicht weit überlegenen Werk immer noch auszeichnet. Ganz besonders 
rathsam aber ist  es sei nochmals betont  die Benützung jenes Vortheils 
der alten vernünftigen Malerpraxis bei Anfertigung einfarbiger Untermalungen, 
die ganz ebenso, wie einfarbige Blalgründg den Farben der Uebermalung 
Brillanz und Gemeinsamkeit des Tones verleihen sollen. 
Zuerst verfertigen wir: 
a. die Klaruntertuschung. Siehe Tafel II.  Soll dieselbe 
die erforderliche Harmonie bekommen, damit die später auf ihr 
auszuführende Aufhellung mit halbdeckendem Grau mit Leich- 
tigkeit und mit Sicherheit des Erfolges vor sich gehen könne, 
so muss diese erste Untertuschung mit dem reinen dazu gewählten 
Transparentpigment, also hier mit dem reinen dazu bereiteten 
Braun auf dem weissen Malgrund gefertigt werden. Für die 
Zunahme der Schattentiefen sorgt die allmählig ansteigende 
Schichtung des verdunkelnden Brauns, für das Hellerwerden 
der Halbtöne und Lichter das zunehmende Herwirken des weissen 
Malgrundes. Nur auf diese Weise entsteht die durchaus Hecken- 
lose, harmonische und verschmolzene Abwandlung der Licht- 
und Schattenhalbtöne. Wollen wir in ihrer Scala einen Ton, 
oder eine Stufenfolge von Tönen grauer stimmen, weil das vom 
Grund her kommende weisse Licht das Braunpigment hier zu 
feurig und intensivfarbig werden lässt, so legen wir über diese 
Stelle einen Hauch unsrer dies heftige Braun zu Grau neutrali- 
sirenden, transparenten Blaumischungl. 
Absolut zu vermeiden ist Hinzumischung von Weisspigment 
zu dem Transparentbraunz, um damit Zunahme des Lichtes zu 
erzielen; ebenso unstatthaft ist lichthöhende Aufschummerung 
mit reinem Weiss auf die zuvor getrocknete Klarbraunschicht. 
Beides erzeugt nur dumpfe Flecken in der Töneabwandlung, die 
keine Zunahme des Lichts bedeuten, sondern als dunkle Opak- 
körper die brillante und harmonische Wirkung des Restes 
schwer-fällig und fremdartig unterbrechen. Dies wird besonders 
auffällig, wenn man das Bild aus einiger Entfernung betrachtet. 
1 Umgekehrt verführen wir, wenn wir die erste Klartuschung mit dem 
Tmnsparentblau anfertigten und uns ein Ton zu brillant blau für die Stelle 
erschiene. 
2 oder eventuell zu dem Transparentblau, wenn dieses zur Klar- 
tuschung dient.
        

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