Volltext: Die optischen Besonderheiten der Oelmalerei (Theil 1)

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geführt, mittelst deren beim Malen des Bildes ein jeder dieser 
Licht- und Farbencharaktere der Oelfarbenpalette hervorgebracht 
und an den Platz gestellt wird, den er bei Schilderung des 
Naturproblems einzunehmen hat. 
Bei dieser Gelegenheit werden dem Schüler auch die zur 
Ausführung dieser Operationen nöthigen und nützlichen tech- 
nischen Geschicklichkeiten und Handwerksgriffe gewiesen. 
Die chromolithographischen Hilfstafeln sind in der Anstalt 
der Herren Werner und Winter zu Frankfurt aJMain nach den 
Angaben und den in Oel gemalten Skizzen des Verfassers her- 
gestellt. Bekanntlich verfügt die Chromlithographie über keine 
Deckfarben und muss alle Unterschiede von Hell und Dunkel 
mit Transparentfarben, verschmolzene continuirliche Abtönungen 
aber mittelst Punktirmanier herstellen. In den Beischriften zu 
den Tafeln, sowie in den zugehörigen Textstellen steht natürlich 
die Sache so angegeben, wie sie in Oelfarben auszuführen ist. 
Dies wird also der Lernende, der es eben in Oelfarben auszu- 
führen hat, beachten. Mit weit geringerer Mühe, als der LithoÄ 
graph, vermag er noch weit verschmolzenere Uebergänge, sowie 
kräftigere Unterschiede von Hell und Dunkel zu erzielen, denn 
er verfügt über die Unterschiede der Opakpigmente, die das 
Licht von der Oberfläche reflectiren, und der Transparentfarben, 
die es in ihr Inneres eindringen lassen, und führt in Folge der 
Geschmeidigkeit der Bindemittel beide leicht von hoher zu dünner 
Schichtung, und umgekehrt. 
Bei Planung des Werks waren, um mit den Herstellungs- 
kosten der farbigen Tafeln die von dem Hohen Ministerio 
hiefür ausgesetzte Summe nicht zu überschreiten, im Kostenvor- 
anschlag nur fünf chromolithographische Tafeln in Aussicht 
genommen worden. Es stellte sich bei der Ausführung der Fall 
ein, dass die vorveranschlagte Summe nicht erreicht ward. In 
Folge dessen konnte nicht nur noch eine sechste Tafel hinzugegeben 
werden, sondern es blieben auch noch Mittel zu einer weiteren 
Fortsetzung übrig.
	        
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