Volltext: P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde

Herstellung einzelner Stellen. 
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Seharlen der Art bessert man in folgender Weise aus. Man 
macht einen Temperakitt, wie ihn die Vergolder gewöhnlich 
gebrziuchen, der aus Leim, Kreide und etwas Honig, der 
Geschmeidigkeit wegen, besteht. Dann legt man das Bild mit der 
vorderen Seite auf eine vollständig ebene und glatte Tafel und 
klebt mit dem Kitt Stückchen Gazen mehrfach übereinander (auf 
der Rückseite des Bildes über die ganze geschädigte Stelle), fest, 
so dafs sie ein gut Stück die Grenzen dieser überschreiten. Auf 
diese ganze Stelle legt man eine glatte, ebene Platte von Holz 
oder Stein, die man genügend beschwert, und läfst alles ruhig 
liegen, bis der Kitt getrocknet und hart geworden ist, was bei 
dem oben angegebenen Temperakitt ungefähr nach vierundzwanzig 
Stunden der Fall ist. 
Statt dieses Temperakitts kann man sich auch des Ölkittes 
aus sehr dick gekochtem Leinöl und geriebeneln Blei- 
weil s bedienen, sonst dasselbe Verfahren beobachten und hat 
dann nur zu bedenken, dafs das Trocknen desselben längere Zeit 
erfordert, als das des Temperakitts. 
Auf Holz. 
Bei sonst wohl erhaltenen, auf Holz gemalten Bildern kom- 
men einzelne Stellen vor, wo sich die in Stücken gesprungene 
Farbe vom Grunde zu lösen droht. Dies ist meistenteils eine Folge 
von Feuchtigkeit, die durch das Holz gedrungen war, sich unter 
der Farbenmasse gesammelt hatte und, da sie nicht schnell genug 
verdunsten konnte, diese abhob, sie spröde machte, springen und 
sich spalten liefs, während das Holz sonst noch gesund und gut 
war und blieb. Auch hierbei ist es nicht nötig, die ganze Ma- 
lerei abzuheben und auf neue Leinwand zu bringen, sondern man 
versucht den Schaden auf folgende Weise herzustellen: 
Nachdem man einen starken Leim bereitet und mit etwa 
einem Achtel Trockenfirnis aus Mohnöl vermischt hat, 
legt man das Bild mit der Bildfläche nach oben auf eine Tafel 
und giefst den Leim sehr heifs über die ganze schadhafte Stelle, 
so dal's derselbe in alle Risse und Spalten eindringt und so auch 
unter die Farbenstiickohen gelangt, die im Begrilf waren, sich ab-
	        
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